1981 Siegesserie der BSC Turbine Potsdam beginnt – Titelkämpfe in Frauenfußball
Das dritte Jahr der DDR-Bestenermittlung im Frauenfußball stand dann ganz im Zeichen der BSG Turbine Potsdam. Bereits im März 1981 berichtete die FUWO davon, dass die Turbinen in Zukunft angreifen würden: Ihr zehnjähriges Bestehen feierte am 9. März die Frauenfußballmannschaft der BSG Turbine Potsdam, die unter der Leitung ihres Trainers Bernd Schröder nach vielen beachtlichen Erfolgen in der Vergangenheit alle Anstrengungen unternimmt, um bei der DDR-Bestenermittlung in diesem Jahr endlich einmal den Titel zu erringen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Turbinen gegen die nationale Konkurrenz im wichtigsten Wettkampf des DDR-Frauenfußballs noch nicht durchsetzen können, obwohl sie in der Mehrzahl ihrer Freundschaftsspiele als Siegerinnen vom Platz gegangen waren. In den sogenannten DFV-Notizen der FUWO folgten ab 1981 regelmäßig kurze Beiträge zum Stand der Bezirks-Bestenermittlungen und der damit verbundenen Qualifikation zur Endrunde. Im Bezirk Suhl wurde zum dritten Mal die BSG Aufbau Pferdsdorf/Rhön Frauenfußball-Bezirksmeister. Mit der Nummer 27 führte die Redaktion sogar eine eigene Rubrik Frauenfußball ein und berichtete von nun an mit Notizen oder kleinen Artikeln über die Turniere auf Bezirksebene. Die BSG Chemie Wolfen, die ebenfalls ihren dritten Gewinn der Bezirksmeisterschaft einfuhr, wollte wie die Potsdamerinnen erstmals die DDR-Bestenermittlung gewinnen. Mit fünf Turnieren der Bezirksmeister wurden die Endrundenteilnehmer von 1981 ermittelt.

Das Finale der dritten DDR-Bestenermittlung erreichten schließlich die BSG EAB Lichtenberg 47, Aufbau Dresden-Ost, Turbine Potsdam, Chemie Leipzig und Chemie Wolfen. Dabei wurde die Leistung der Wolfenerinnen von den FUWO- Reportern besonders hervorgehoben, weil sie den Geheimfavoriten Numerik Karl-Marx-Stadt klar mit 5:1 besiegt hatten. In der lokalen Presse – v. a. im Bezirk Potsdam, wo die Endrunde ausgespielt wurde – setzte eine regelrechte Flut von Artikeln zum Frauenfußball ein. Allein 15 Berichte in der Zeit von Mai bis September sollten die Bevölkerung in und um Potsdam darauf einstimmen, dass die Fußballerinnen der BSG Turbine in ihrer eigenen Stadt um den wichtigsten nationalen Titel kämpfen würden. Am Ende fragte der Sportjournalist Walter Casimir aus Potsdam, wie weit die Turbinen in der Endrunde wohl kommen würden.

Sie kamen nicht nur weit, sondern gewannen äußerst souverän zum ersten Mal den Titel der besten DDR-Frauenfußballmannschaft: Respekt, Respekt. Was manche Frauen und Mädchen unter den 83 besten Frauenfußballspielerinnen am Wochenende während der 3. DDR-Bestenermittlung um den Wanderpokal des DFV-Präsidiums im schmucken Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion boten, war nicht nur ein Augenschmaus, sondern v. a. auch für die Kenner in Sachen Technik und Taktik gedacht. Auf den Trainerbänken formen Männer das weibliche Geschick. Die gekonnte oder noch unreife Darstellung von Spielauffassung und Spielanlage, zumeist flaches Kombinationsspiel (!) über die Flügel, im 1-3-3-3 offeriert, rührte sicherlich aus dem unterschiedlichen Zeitaufwand für Training und Wettkämpfe her. Alle Mannschaften existierten 10 und mehr Jahre, aber während die Berlinerinnen von EAB 47 eben nur einmal in der Woche trainieren, stehen bei Turbine Potsdam halt 450 Minuten (1) an drei Wochentagen auf dem Ehrgeizprogramm von Übungsleiter Bernd Schröder (38) und seinen Mädchen. Keine Frage: Turbine Potsdam stellte nicht nur die am Ausgeglichenste besetzte Elf, sondern verfügte auch mit Abstand über die spielerisch reifste, konditionell ausdauernste Mannschaft.

Die Potsdamerinnen siegten vor den Betriebssportgemeinschaften von Chemie Wolfen, Chemie Leipzig, Aufbau Dresden-Ost und EAB Lichtenberg 47.

Um eine der erfolgreichsten Mannschaften im Frauenfußball in der DDR zu werden, nutzte Bernd Schröder schon seit den Anfangsjahren die sogenannte Gastspielerlaubnis. Diese ermöglichte es, dass Spielerinnen für eine Begegnung in anderen Mannschaften mitspielen konnten. Auf diesem Weg gelang es ihm, das Niveau seiner Mannschaft zu besonderen Anlässen zu erhöhen. So spielte Silvia John von der BSG Chemie Leipzig für die Potsdamerinnen, wenn Sie in der CSSR zu Freundschaftsspielen eingeladen waren. Sabine Seidel wurde ausgeliehen, als Sie noch in Bautzen spielte. Elke Mertens schilderte, dass solche Spielerinnen manchmal den Unterschied ausgemachten: Silvia John war damals eine Ausnahme gewesen. Die war im Mittelfeld läuferisch stark und hatte einen robusten Körper und konnte eine Mannschaft führen. Und Sabine Seidel hat Schröder damals bei Bautzen gesichtet. Sabine war unheimlich schnell. Wenn du dann so ein Spiel auf eine Spielerin ausgelegt hast, dann hast du auf Sabine nach dem Anstoß immer den langen Ball gespielt und sie die Abwehr ausgespielt und dann war der Ball schon wieder drin. Es waren zum Teil echt Welten zwischen den Spielerinnen. Schröder hat sich immer wieder welche herangeholt.

Sabine Seidel wechselte Ende der 1970er Jahre dann ganz zu den Potsdamerinnen und war maßgeblich am ersten Titelgewinn beteiligt. Die Mannschaft von Bernd Schröder sicherte sich in diesem Jahr auch einen weiteren Titel, mit dem keiner gerechnet hatte. In einer Umfrage von Sportjournalisten im Bezirk Potsdam konnten sie sich in der Mannschaftswertung gegen gestandene Olympiasieger durchsetzen: Wir wurden in diesem fahr zum ersten Mal Mannschaft des Jahres im Bezirk Potsdam, was zu dieser Zeit überhaupt nicht möglich war. Wir hatten Olympiasieger, Weltmeister. Wir hatten 16.000 Stimmen. Der nächste hatte 7.000 oder 8.000 Stimmen. Bei den Männern hatte Udo Beyer, mehrfacher Olympiasieger, Weltmeister, und bei den Frauen, Evelin Jahn, Olympiasiegerin, Weltmeisterin, gewonnen. Wir haben Mannschaften hinter uns gelassen, wie die Kanuten, die also Olympiasieger, Weltmeister waren. Da haben die alle ein bisschen Angst gekriegt, die Parteiführung. Das war für uns ein Riesenerlebnis, Mannschaft des Jahres. Da wurdest du ja auf den Händen getragen.

1982 waren laut dem DFV der DDR in der Republik insgesamt 28.000 Mannschaften aktiv. Für den damaligen Präsidenten Günter Schneider zeugte in diesem Zusammenhang die Anzahl von über 17.000 Männer-, Frauen-, Lehrlings-, Studenten- und Schulklassenmannschaften im Freizeit- und Erholungssport von der gestiegenen Breite und Popularität des Fußballs. Auch die BSG Turbine Potsdam nutze den anhaltenden Boom im Frauenfußball. So half ein stetes Zuschauerinteresse, die junge Sportart an der Havel zu etablieren. Über 3.000 Zuschauer bejubelten 1981 den ersten Titelgewinn.

Dabei war die Entwicklung bis zur DDR-weit besten Mannschaft keineswegs selbstverständlich gewesen. In den ersten zehn Jahren des Bestehens von Turbine Potsdam hatte die Mannschaft zahlreiche spielerische Rückschläge hinnehmen und und institu-tionelle Hürden überwinden müssen: Sie haben über unsere Anlage – der Horstweg war eigentlich unsere Spielstätte – die Schnellstraße gebaut und dann mussten wir in die Waldstadt umziehen. Teilweise hatten wir anderthalb Jahre keine richtigen Bedingungen. Dann haben wir am Karl-Liebknecht-Stadion auf dem Hartplatz trainiert. Und wir haben von Anfang an gesagt, wir müssen das Karl-Liebknecht-Stadion für uns als Spielort erhalten. Das wir in dieser Zeit im Fokus der Öffentlichkeit standen, war wichtig. So waren wir immer im Gespräch, als wir dreimal hintereinander den Titel holten.

Der von Schröder angesprochene Fokus der Öffentlichkeit spiegelte sich in der Tat in der lokalen und überregionalen Berichterstattung wider. Allein für die Jahre 1982 und 1983 weist seine persönliche Sammlung insgesamt 37 Artikel auf, die zu den landesweiten Hallenwettbewerben und Punktspielen der DDR-Bestenermittlung geschrieben wurden. Sogar Heinz-Florian Oertel widmete im November 1982 die Kolumne gesehen, gehört, notiert den Turbine-Frauen. Anlass war die Wahl zur Mannschaft des Jahres 1982, bei der die Potsdamerinnen ein Jahr nach ihrem ersten Gewinn der Umfrage erneut den Sprung aufs oberste Treppchen schafften. Oertel sprach dabei nicht nur seine Glückwünsche aus, sondern brach auch eine Lanze für die Weiterentwicklung des Frauenfußballs: Als einen plausiblen Grund möchte ich nur den anführen, dass Frauen-Fußball bei uns immer noch zu kurz wegkommt und dass besonders Turbine Potsdam den Beifall der ganzen Republik verdiente. In Lauchhammer hatten sie bekanntlich vor immerhin 3.00095 Neugierigen, meist Männern, die 4.

DDR-Bestenermittlung für sich entschieden und das wiederum in souveräner Manier. 8:0 Punkte und 11:0 Tore in dieser Endrunde gegen die Eva-Konkurrenz aus Schwedt, Leipzig, Erfurt und Wolfen liefern wohl einen überzeugenden Beweis der immer wieder und immer noch einsamen Turbine-Klasse. Dabei muss man wissen, dass es jetzt immerhin schon etwa 6.000 aktive Fußballerinnen in unserem Land gibt, die sich in etwa 270 Mannschaften betätigen. Der Aufschwung des Frauenfußballs ist offensichtlich, und mithin kann der Tag nicht mehr allzu fern sein, da der Fußballverband auch eine offizielle Meisterschaft ausschreibt. Doch ob Bester, wie es jetzt noch heißt, oder Meister. – Ehre, wem Ehre gebührt.

Es war auffallend, dass Oertel als einer der bekanntesten Sportreporter offen über eine DDR-Meisterschaft im Frauenfußball diskutierte. Dessen steigende Popularität hatte zur Folge, dass das DDR-Fernsehen der vierten Bestenermittlung in Lauchhammer in der Sendung Halbzeit über acht Minuten Sendezeit widmete. Die FUWO und das Deutsche Sportecho berichteten nur eine Woche später mit mehreren Artikeln über die Titelverteidigung der Turbinen, die sich erneut gegen eine starke Konkurrenz aus Wolfen, Schwedt, Leipzig und Erfurt durchgesetzt hatten. Von der lokalen Presse als Chefinnen auf dem Platz bezeichnet, hatten die Potsdamerinnen das Finalturnier von 1982 klar dominiert und den Titel mit 8:0 Punkten und 11:0 Toren souverän verteidigt. Auch der DFV der DDR hatte abermals einen Vertreter zum Finale entsandt. Vizepräsident Dr. Gerhard Dylla sah eine – auch aus seiner Sicht – Endrunde auf gutem Niveau und kam zu dem Urteil, dass die Spitze im DDR-Frauenfußball näher zusammengerückt sei.

Trotzdem wurde der Frauenfußball von den Sportfunktionären damals bewusst nicht gefördert. Grund dafür war die Angst, dass er den olympischen Sportarten wie Handball und Leichtathletik potenzielle Athletinnen streitig machen würde. Dies bestätigte auch Bernd Schröder im Interview: Für mich war eigentlich eine Ursache, dass sie Angst hatten, dass wir die anderen Sportarten schwächen durch den Fußball, weil er populärer war. Wir hatten auch in der Leichtathletik viel mehr Zuschauer als heute irgendwo. Potsdam, der Luftschiffhafen, war immer voll bei großen Wettkämpfen. Das war schon eine gewisse Angst: „Wenn wir den Frauenfußball jetzt legalisieren, er ist ja nie verboten worden, werden sich die Frauen auf den Fußball stürzen, weil sie damit mehr Anerkennung gewinnen.

Daher war es umso erstaunlicher, dass der DFV der DDR mit der Entsendung eines Mitglieds vom Präsidium zumindest nach außen die Entwicklung des Frauenfußballs würdigte. Auch die Betriebssportgemeinschaft des Energiekombinats Potsdam wollte dem nicht nachstehen. Eine Urkunde zur Würdigung und Anerkennung der erbrachten Leistungen des DTSB der DDR für das Jahr 1982, die alle Spielerinnen bekamen, befindet sich noch im Besitz von Elke Mertens.

Die Potsdamerinnen verbuchten in der Zeit des Jahreswechsels 1982/83 viele sportliche Erfolge und gewannen eine Vielzahl von Hallenturnieren. Aber auch in anderen Bezirken nutzten die Mannschaften die Spielzeit zwischen der vierten und fünften DDR-Bestenermittlung, um sich spielerisch weiterzuentwickeln. Im Bezirk Karl-Marx-Stadt gewannen die Damen von der BSG Rotation Schlema ein DDR-offenes Großfeldturnier in Markleeberg. Als Bezirksbeste in der Halle qualifizierten sie sich außerdem für die inoffizielle DDR-Bestenermittlung im Hallenfrauenfußball in Neubrandenburg. Ab März nutzten auch sie wieder die Möglichkeit, in Freundschaftsspielen gegen gleichwertige Konkurrentinnen zu testen: Nachdem Ende März im Frauenfußball wieder die Großfeldsaison eröffnet worden ist, haben auch die Fußballerinnen von Rotation Schlema bereits einige Spiele absolviert. Beim Freundschaftsspiel in Leipzig gegen die Frauen von Chemie kam man nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem beachtlichen 2:2-Unentschieden. Ihr erstes Punktspiel bestritten die Schlemaerinnen in Karl-Marx- Stadt bei Wismut. Bis 3 Minuten vor Schluss führte unsere Vertretung, musste dann aber doch noch den l:l-Ausgleich hinnehmen. Gegen die SG Kühberg, verstärkt durch Spielerinnen aus Annaberg, wurde (in Schlema) mit 6:0 gewonnen.

Obwohl die Schlemaerinnen im Anschluss auch den Bezirkspokal auf Großfeld gewinnen konnten und damit das Jahr 1983 zu ihrem bisher sportlich erfolgreichsten werden sollte, reichte es nicht für die Qualifikation zur DDR-Bestenermittlung. Aller-dings waren sie auf dem besten Weg, sich als beste Mannschaft im Bezirk Karl-Marx- Stadt zu etablieren. Die Qualifikation schaffte in diesem Jahr die BSG Wismut. Neben den Karl-Marx-Städterinnen und den Turbinen nahmen an der Endrunde die BSGs von Chemie PCK Schwedt, EAB 47 Lichtenberg und Fortschritt Erfurt teil. Die beiden Letztgenannten waren bereits zum zweiten Mal dabei, konnten aber nur die Plätze vier und fünf belegen. Sportlich setzte sich die BSG Turbine Potsdam zum dritten Mal hintereinander durch, was auch die Medien umfassend dokumentieren. Dazu zählte erneut ein Beitrag des DDR-Fernsehens in der Sendung Halbzeit. In sechs Minuten erfuhr der Zuschauer die Turnierzusammenfassung aus Potsdamer Sicht, bei der eine Ansprache von Übungsleiter Bernd Schröder nicht fehlen durfte: Hier, das letzte Spiel auch ohne Gegentor machen und vor allen Dingen spreche ich einzelne Spielerinnen an. Doris in der Abwehr, eng decken. Die Marion und auch die Martina auf der anderen Seite eng bewachen. Wir spielen, wir versuchen gelöst aufzuspielen und versuchen nicht, uns auf irgendwelche Wege einzulassen. Gradlinig und wenn das Spiel dann läuft, auch mal bisschen den Doppelpass versuchen und ähnliche Dinge.

Die neue Fußballwoche, das Deutsche Sportecho, die Brandenburgischen Neuesten Nachrichten sowie die Märkische Volksstimme titelten zum Erfolg der Havelstädterinnen wie folgt: Hat-Trick für Potsdamer Turbine-Frauen, So ein Tag, so wunderschön…ln, Nun gab’s Turbines 3. Streich! und erneut Der Hat-Trick der Turbine- Frauen. Laut der FUWO hatten sie mit dem dritten Titel geschafft, sich in die Herzen der Zuschauer zu spielen. Die Potsdamerinnen jedenfalls planten bereits, ihre Dominanz mit ins nächste Spieljahr 1983/84 zu nehmen.

Unter Leitung von Bernd Schröder wurde noch während der laufenden Saison im April 1983 aus Anlass des Beschlusses des DTSB und des DFV der DDR zur Weiterentwicklung des Fußballsports in der DDR eine Beratung mit Trainern führender Mannschaften abgehalten, die Vorschläge für den Sektor Frauenfußball erarbeitet hatten. Die Ergebnisse wurden in einem Dokument festgehalten. So forderten sie die Erhöhung der Mitgliederzahlen im Frauenfußball und eine kontinuierliche Verbesserung des spielerischen Könnens. Des Weiteren wurde die Einführung einer DDR-Verbandsliga im Spieljahr 1983/84 verlangt, bei der die 15 bezirksbesten Mannschaften des Jahres 1983 in drei Staffeln zu je fünf Mannschaften um die Qualifikation zur DDR-Bestenermittlung spielen sollten. Für die Umsetzung dieser neuen Spielklasse wurde eine Koordinierungsgruppe Frauenfußball beim DFV der DDR vorgeschlagen, die den Spielbetrieb betreuen sollte. Zur Gründung der Koordinierungsgruppe kam es scheinbar nicht. Allerdings folgte nur ein Jahr später die Etablierung der AG Frauenfußball innerhalb der Kommmission FuE beim DFV der DDR.

Die Frauenmannschaft von Turbine Potsdam. Hintere Reihe von links: Hellte Braune, Sabine Seidel, Petra Huebe, Marianne Fritze, Fjika Hennins, Dana NeUhardt, Elke Mertens, Ines Kuilk, Simone Römbold; vordere Retbe von Ines Nlchelmann, Heike KoSmann, Martina Hoffmeister, Michaela Grüner, Doris Sdimidt, Gisela Uedenaann, Heike Plagge. Andrea Funke. Rechts am Ball: Andrea Scheit von Fortschritt Erfurt, mit vier Toren erfolgrekfcste Sehölnn der Schwedtcr Endrunde.

Bereits in den 1980er Jahren spielten sich die Turbinen in die Herzen der Zuschauer, wie Die neue Fußballwoche bei ihrem Artikel zum Hattrick konstatierte, Oktober 1983.

In die Herzen vieler gespielt
Eine verdiente Würdigung der Potsdamer Turbine-Frauen, die zum dritten Mal die DDR-Bestenennittlung entschieden Spätestens nach dem 7:0 Erfolg über den zweimaligen DDR- Vize Aufbau Dresden Ost im letzten Vorbereitungsspiel war die große Anhängerschar der Potsdamer Turbine-Frauen davon überzeugt, dass der DDR-Bestentitel erneut nur über diese Mannschaft führen würde.

Einige Fakten weisen auf die Entwicklung der Turbine-Frauen seit Gründung der Mannschaft im Jahre 1971 hin. Sie bestritt bisher insgesamt 528 Spiele und blieb in zwölf Jahren auf dem Croßfeld (Turniere ausgeklammert) gegen DDR-Gegner ungeschlagen. In 39 internationalen Vergleichen wurden überwiegend beachtliche Resultate erzielt. 24mal hieß der Sieger gutbesetzter Hallenturniere Turbine Potsdam. Um einige Namen zu nennen: Da besticht die 19jährige Krippenerzieherin Andrea Funke im Mittelfeld mit ihrem Gefühl für Tempogestaltung und sinnvolles Paßspiel, bilden die beiden mit erstaunlicher Grundschnellig- keil ausgestatteten Flügelstürmer Heike Plagge und Sabine Seidel gemeinsam mit den torgefährlichen Mittelfeldakteuren Simone Römhild und Erika Henning eine ideale Ergänzung. Diese Fähig-keiten konnten auch in Begegnungen mit starken Frauenmannschaften anderer Länder unter Beweis gestellt werden, wie das 1 :1 im letzten Jahr gegen Sparta Prag aussagt.