Die Deutschen Amateur-Meisterschaften der Damen ab 1974 in der DDR
Die Damen, die in dieser zweiten Anfangszeit ihres Sports endlich unter den Rahmenbedingungen des DFB spielen konnten, hatten zunächst nur auf Länderebene die Möglichkeit, sich miteinander zu messen. Vergleichbar mit den zeitgleich entstehenden Wettkampfstrukturen in der DDR, führten die Fußballerinnen in der Bundesrepublik ab 1971 regionale Meisterschaften ein. Der DFB hatte in der Zwischenzeit die Aufgabe, über den Spielausschuss ein Regelwerk für den Damenfußball zu entwickeln. Eine zeitnahe Umsetzung war notwendig, weil zum Beispiel der Fußballverband Südwest schon 1.000 Spielerinnenpässe ausgestellt hatte und in Hamburg und Berlin die Frauen teilweise schon seit 1969 auf den Fußballplätzen aktiv waren. Insgesamt meldete der Hamburger Verband 1971 27 Mannschaften. In Bayern waren 81 Mannschaften und in den Fußballverbänden Mittelrhein und Berlin jeweils 28 Damenteams registriert. Der Fußballverband Südwest begann bereits im Mai 1971 mit den Punktspielrunden. In der Zwischenzeit hatte der DFB das Regelwerk für den Damenfußball den allgemeingültigen 17 Fußballregeln mit folgenden Richtlinien angepasst, die ab März 1971 in Kraft traten:

a) Die Spielfeldgröße mit allen in den Fußballregeln vorgesehen Maßen wird beibehalten,
b) Es sollen Jugendbälle (Größe 4) benutzt werden,
c) Die Zahl der Spieler wird ebenfalls beibehalten, genauso wie die Möglichkeit des Spieleraustausches,
d) Stollenschuhe werden abgelehnt,
e) Die Spiele sollen von guten, gegebenenfalls auch ältern Schiedsrichtern geleitet werden. Weibliche Schiedsrichter sind herauszubilden,
f) Für die einzelnen Altersgruppen sollen folgende Spielzeiten eingeführt werden:

6-10 Jahre: 2x 20 Minuten 10-18 Jahre: 2×25 Minuten ab 18 Jahre: 2×30 Minuten
i) Die Spiele sind bei bestmöglichen Platzverhältnissen auszutragen, weshalb sich die Spielsaison auf die Zeit vom 1. März bis 31. Oktober beschränken soll,
j) Meisterschaftsspiele und Spiele in der Halle werden zumindestens vorerst abgelehnt,
k) Jede Mannschaft sollte eine weibliche Betreuerin haben.
I) Die Spielberechtigung wird erst nach einer sportärztlichen Untersuchung und mit Zustimmung des Sportarztes für eine Spielsaison erteilt werden. Jeweils nach einer Saison hat innerhalb von vier Wochen eine weitere sportärztliche Untersuchung zu erfolgen.

Tatsächlich wurden im Berliner Verband gleich zu Beginn zwölf weibliche Schiedsrichter eingesetzt. Außerdem teilte der Niedersächsische Verband Spielerinnenpässe aus, in denen nachweislich das gesundheitliche Attest vermerkt war. Allerdings nahm der Fußballverband Südwest von den Vorspielen der Damen bei einer Regional- oder Bundesligapartie Abstand, damit die Frauen nicht zu Schauobjekten gerieten. Diese rasante Entwicklung war nur möglich, weil die Frauen von ihrem vorausgegangenen inoffiziellen Spielbetrieb der Jahre 1955 bis 1970 bundesweit profitierten. In diesem Punkt waren die westdeutschen Spielerinnen den DDR-Damen einen Schritt voraus. Nach den jahrelangen Auseinandersetzungen im Verband erhielten sie jetzt die nötige Unterstützung, um die notwendigen Strukturen zu schaffen.

Ein weiterer wichtiger Grund für die Etablierung des westdeutschen, aber auch des DDR-Frauenfußballs waren die internationalen Fortschritte. Während sich in Frankreich eine Nationalmannschaft aus Spielerinnen von 130 Damenvereinen gegründet hatte, wurde auch in Ungarn eine nationale Meisterschaft mit zehn Teams ausgespielt. Es folgte nach der inoffiziellen Weltmeisterschaft 1970 in Italien eine weitere Frauen- WM 1971 in Mexiko, die ebenfalls von einer unabhängigen Organisation durchgeführt wurde. Nun musste auch die UEFA offiziell auf die Entwicklungen des Frauenfußballs reagieren. In ihrer Zeitschrift UEFA INFORMATION vom 15. Oktober 1971 wurde verkündet, dass bereits in 22 Ländern Frauenfußball betrieben würde, aber nur in acht nationalen Fußballverbänden dieser unter Kontrolle stehe. Das Exekutivkomitee der UEFA hatte sich für eine Gründung von Frauenfußball-Sektionen in den nationalen Verbänden eingesetzt, um zu verhindern, dass sich die einzelnen Initiativen – wie in Italien, wo es einen eigenen Verband und einen Europa-Cup als Showbusiness gab – nicht weiter auseinanderdrifteten. Gerade weil der Frauenfußball sich sehr rapide entwickelt hatte, wollte die UEFA Grenzen ziehen: Wenn schon die Ansicht noch oft vertreten wird, dass trotz der Emanzipierung der Frau, die im Wettkampfsport sehr deutlich zur Abkehr von der bisherigen Auffassung über dessen medizinischen und ethischen Wert geführt hat, gerade Fußball als Frauensport wenig geeignet erscheint, beweist das wachsende Interesse der Frauen aus den verschiedensten Lebensbereichen und Kulturkreisen das Gegenteil. Darum gilt es, ihn vor Missbrauch durch verantwortungslose Kreise zu schützen.

Das Argument, den Spielbetrieb der Frauen an ihre Konstitution anzupassen, blieb bestehen. Länder wie Schweden, die Tschechoslowakei oder Irland hatten vorgemacht, wie es möglich war, den Frauenfußball ohne Hang zum Showbusiness zu entwickeln. In Schweden spielten schon in den 1970er Jahren 10.000 Fußballerinnen in 25 Regionalverbänden um Meisterschaften. Dortige Verbandsfunktionäre kritisierten es, dass sich die nationalen Fußballverbände anderer Länder nicht mit dem Frauenfußball befassten. Auch in der Tschechoslowakei herrschte ein reger Spielbetrieb, weil 230 Frauensektionen in Athletik-Vereinen mit 2.200 lizenzierten Spielerinnen eine nationale Meisterschaft in zwei Spielklassen austrugen. Gleiches galt für Irland, wo allein in Dublin über 100 Mannschaften spielten. Der Bericht der UEFA erkannte an, dass man auch in Westdeutschland schon über zehn Jahre Erfahrung mit dem Frauenfußball hatte und dort circa 600 Frauenteams einen regelmäßigen Spielbetrieb durchführten. Aus Sicht der UEFA verfolgte der DFB eine Verbands- und Vereinspolitik mit dem Ziel von Familienvereinen, in denen Vater, Mutter und Kinder gemeinsam sportlich aktiv sein konnten. Dabei mussten Frauen freilich keineswegs unbedingt Fußball spielen, sondern konnte sich in der Vereinsleitung, als Teambetreuerin oder Schiedsrichterin engagieren.

Der Bericht der UEFA bot zugleich einen vielsagenden Blick auf die vorherrschenden Ansichten über den westdeutschen Damenfußball. So war den Frauen zwar der Zugang zu Verbandsstrukturen und -ressourcen gewährt worden, aber vollständig akzeptiert waren sie – und ihr Sport – noch längst nicht, und auch in den Medien wurden sie zum Teil noch nicht richtig ernst genommen. Auf der anderen Seite wurden Attribute ins Feld geführt, die den Damenfußball mit Spitzenspielern der Bundesrepublik in Verbindung brachten: Erst 16 Jahre alt ist Martina Arzdorf, Mittelstürmerin des Frauenfußballklubs SC Bad Neuenahr. Sie ist mit 95 Toren Deutschlands erfolgreichste Torjägern. Ihr Vorbild ist Gerd Müller, von dem sie meint: „Er schießt nicht nur viele Tore, sondern sieht auch noch gut aus.

Zwischen 1971 und 1974 nahmen fast alle Landesverbände des Deutschen Fußball- Bundes den Spielbetrieb für Frauenmannschaften auf. Im Oktober 1971 beschloss der DFB-Bundestag, dass in den Landesverbänden auch Meisterschaftsspiele ausgetragen werden durften: Ab der Spielserie 1972/73 wurden von allen Landesverbänden Meisterschaftsspiele in Doppelrunden für Frauen angeboten. Dabei stellte sich schnell heraus, dass die Vorstellung, die Spielzeit für die Frauen auf die Zeit vom 1. März bis 31. Oktober zu einschränken, nicht durchführbar war. Das Spieljahr beginnt am 1. August und endet am 31. Juli des darauffolgenden Jahres. Das Spiel der Frauen wurde ebenfalls für diesen Zeitraum eingeplant, in einigen Landesverbänden wurden die Monate November bis März spielfrei gehalten – als Winterpause für die Frauen. Die zunehmende Zahl von Frauenmannschaften führte in verschiedenen Landesverbänden dazu, dass die Einführung verschiedener Spielklassen möglich wurde. Außerdem wurden in allen Landesverbänden Landesmeister ermittelt.

International sorgte die UEFA zum 21. März 1973 dafür, dass der Frauenfußball nur dann von ihr anerkannt wurde, wenn er direkt oder indirekt an die Landesverbände angeschlossen war. In ihren Bestimmungen über Frauenfußball wurden nicht nur technische Details zum Spielreglement und dessen Umsetzung festgehalten, sondern die Verbände, wie der DFB, auch dazu verpflichtet, sich mit allen Belangen des Frauenfußballs zu befassen. Die Damen sollten bei der Mitarbeit zur Ausbildung von Schiedsrichterinnen, Trainerinnen sowie für die Organisation und Administration herangezogen werden. Noch vor der Einführung der Deutschen Meisterschaft im Jahr der Männer-WM 1974 wurde 1973 der erste nationale Titelkampf der Verbandsmeister in der Bundesrepublik mit dem sogenannten Goldpokal ausgetragen. Allerdings vergaß man dabei komplett den Landesverband Berlin: Noch stehen Berlins Fußballdamen überregional im „Abseits“. Denn am nächsten Wochenende gibt es die Endspiele um den „Goldpokal“, der inoffiziellen deutschen Meisterschaft. Bayern München, Tus Wörrstadt, Bad Neuenahr und TSV Wulsdorf kämpfen um den Pokal, den die Zeitschrift „Wochenend“ für die Kickerinnen gestiftet hat. Berlin aber hatte man sogar bei den Vorrundenspielen ganz außeracht gelassen. Der DFB distanziert sich selbstverständlich von diesen „wilden“ Titelkämpfen, er will ab 1974 offizielle Meisterschaften ausschreiben.

Damit erhielten die Frauen 1974, nach durchlebtem Verbot ihres Verbandes endlich eine eigene Meisterschaft. Die Mitgliederzahlen waren in Westdeutschland bis zum Beginn der Deutschen Meisterschaft auf 162.125 Damen und Mädchen in ins-gesamt 1.811 Mannschaften weiter angestiegen; bei einer Gesamtmitgliederzahl von knapp 3,5 Millionen im DFB entsprach dies 4,62 Prozent: Der Vormarsch der Balldamen, die Wert darauf legen, dass ihr Sport Damenfußball und nicht Frauenfußball genannt wird, stoppte auch nicht vor den Fernsehanstalten. Die farbige Beverly Ranger, 1975 Deutscher Meister mit dem Bonner SC, erlebte im selben Jahr, dass einer ihrer Treffer von fast 200.000 Zuschauern zum „Tor des Monats“ ausgewählt wurde – in Konkurrenz zu vier Toren, die von Männern geschossen worden waren.

Die Deutschen Meisterinnen der Jahre 1974 bis 1979 hießen TuS Wörrstadt, Bonner SC, Bayern München, SSG 09 Bergisch Gladbach, Bad Neuenahr und wiederum SSG 09 Bergisch Gladbach. Dabei erreichte Tennis Borussia Berlin 1976 erstmalig den deutschen Vizemeistertitel. In West-Berlin dominierten sie in den 1970er Jahren das Spielgeschehen. Auch die Wissenschaft interessierte sich mittlerweile für den Damenfußball. Eine 1975 erarbeitete Studie von Alexander Thomas betrachtete die Sozialpsychologie des Damenfußballs, wurde allerdings erst 1979 in der Reihe Fußballsport veröffentlicht. Während des sechsten internationalen Damen-Fußball-Turniers in Bad Neuenahr hatte er 134 Fußballerinnen und 123 Passanten zu den Themenfeldern Familie und Sport, Motivation, Fußball als Sportart für Frauen sowie Anerkennung des Fußballsports in der Bevölkerung befragt.

Innerhalb dieser Fragebogenstudie kam er zu Ergebnissen, die sich zum Teil mit der Befragung des Hamburger Fußball-Verbandes deckten, der im gleichen Jahr eine Befragung bei 345 Fußballerinnen durchgeführt hatte. Die durchschnittliche Fußballerin war demnach ledig, wohnte bei ihren Eltern, hatte drei Geschwister, stammte vom Land oder aus Kleinstädten, verfügte über eine Volksschul- oder Berufsausbildung bzw. besuchte die Mittelschule oder das Gymnasium. Die Eltern und Geschwister interessierten sich für ihre Sportart und etwa 70 Prozent der befragten Passanten waren gegenüber dem Damenfußball sehr positiv eingestellt. Unter den Beweggründen, warum die Frauen Fußball spielten, dominierte (auch hier) v. a. der Spaß am Fußballspiel. Die Spielerinnen genossen zudem die Reisen im Zusammenhang mit ihrem Sport. Die Fußballerinnen waren größtenteils zwischen elf und 15 Jahre alt, wenn sie mit dem Spiel begannen. Das wöchentliche Training betrug durchschnittlich 3,6 Stunden und wurde in 95 Prozent der Fälle auf einem wettkampfgerechten Platz ausgetragen: Aus den Berichten der Fußballerinnen lässt sich deutlich erkennen, dass die Unterstützung durch Brüder, Freunde, Jungen aus der Nachbarschaft oder aber die gegenseitige Unterstützung und der Zusammenhalt in einer Damenfußballmannschaft notwendige Voraussetzungen bilden, um die aus dem verbreiteten Rollenverständnis der Frau in unserer Gesellschaft heraus entstehenden Widerstände gegen Frauenfußball zu überwinden.

Die Studie von Thomas kam ferner zu dem Ergebnis, dass es aufgrund der unterschiedlichen Technik, Taktik und Kondition deutliche Unterschiede zum Männerfußball gab, Frauen aber mit einem identischen Regelsystem – zumindest im Jugendbereich – spielten und die Art des Spiels nur in Ausnahmen geschlechtsspezifische Unterschiede aufwies. Demnach lehnten die befragten Fußballerinnen auch mit deutlicher Mehrheit die vielfach geäußerte Meinung ab, dass Damenfußball ein Mittel der Emanzipation sei. Zu guter Letzt wurden die Fußballerinnen mit den Attributen Geselligkeit, Ausdauer, Entschlossenheit, Selbstsicherheit, Robustheit und Härte in Verbindung gebracht, die traditionell eher der geschlechtsspezifischen Rollenvorstellung des Mannes zugeschlagen wurden. Thomas kam zu dem Schluss: Selbst wenn der Anblick Fußball spielender Frauen für viele Menschen auf Grund ihrer Einstellung und Rollenerwartungen noch etwas Ungewöhnliches ist und sie sich persönlich nur schwer oder überhaupt nicht mit dieser Entwicklung identifizieren können, so besteht doch zu mindestens eine weitgehende Toleranz dem Damenfußball gegenüber: „Wenn Frauen daran Spaß haben, sollen sie doch Fußball spielen. Da aber Einstellungs- und damit verbundene Verhaltensänderungen immer eine gewisse Zeit benötigen, bis sie wirksam werden und sich in der breiten Öffentlichkeit, im Sport und in der Gesellschaft durchgesetzt haben, arbeitet die Zeit eher für als gegen die allgemeine und vorurteilsfreie Anerkennung des Damenfußballs.

Fünf Jahre nach der Aufhebung des Verbandsverbots für die Bundesrepublik hatte sich erstmalig eine wissenschaftliche Studie mit dem Phänomen des Damenfußballs auseinandergesetzt. In der DDR hatte sich die Sportwissenschaft zu diesem Zeitpunkt mit dem Frauenfußball noch gar nicht befasst. Hier war aber die Grundlage mit der Duldung der Fußballerinnen gleichwohl eine andere als in der Bundesrepublik, auch wenn letztlich die Motivationen der Spielerinnen zum Frauen- bzw. Damenfußball auf beiden Seiten vergleichbar waren.

Mit dem Eintritt von Hannelore Ratzeburg in den DFB-Spielausschuss 1977 sah sich der Damenfußball auf nationaler Ebene erstmals durch eine Frau beim Verband vertreten. Sie setzte sich v. a. in den 1980er Jahren für die Interessen der Fußballerinnen ein. 1979 entstand sogar eine eigene Zeitschrift für den Damenfußball, an der Ratzeburg ebenfalls beteiligt war.

Zum Ende dieses bewegenden Jahrzehnts für den Damenfußball merkte der Fußball-Bundestag an, dass auch die Nachwuchsarbeit im Mädchenfußball nicht vernachlässigt werden dürfe. Ein Arbeitskreis erarbeitete eine Resolution mit dem Titel Gebt den Mädchen eine Chance!. Dabei sollten vermehrt Schulen und Vereine in die Nachwuchsförderung im Damenfußball einbezogen werden. Der Arbeitskreis unter Leitung von Alfred Finkenbrenner forderte ein Umdenken v.a. in den Vereinen, um das Bild des Monovereins zu durchbrechen. Der Ansatz der Familie, den der DFB bereits mit der Aufhebung des Verbots ausgegeben hatte, war ab sofort aktiv zu verfolgen. In der Resolution hieß es ferner: Wo Fußball gut, erfolgreich und freudvoll gespielt werden soll, heißt auch bei Mädchen die Devise: früh beginnen. Auch im Hinblick auf geburtenschwache Jahrgänge müssen die Vereine bei der E- und F-Jugend, also bei den 6- bis 10jährigen, mehr als bisher die Möglichkeit gemeinsamer Mannschaften nützen. Bei der D- und C-Jugend bieten sich reine Mädchenmannschaften sowohl in der 11er Formation wie auch in der 7er Formation auf Kleinfelder mit verkleinerten Toren und – ein wichtiger Grundsatz – leichteren Bällen an. Gezielte Werbe- und Öffentlichkeitsmaßnahmen sind genauso wichtig wie eine örtliche Zusammenarbeit mit den Schulen und mit den Eltern. Diese Forderungen aber bedürfen der Unterstützung und lassen eine Verpflichtung für den Deutschen Fußball-Bund und seine Landesverbände erkennen. Um gezielte Hilfen müssen sich deshalb unsere Landesverbände und der DFB bemühen. Die eigenständige Ausbildung von Trainerinnen und Betreuerinnen, Spielleiterinnen und Schiedsrichterinnen ist vordinglich.

Mit diesen Vorgaben ging der DFB in das neue Jahrzehnt. Die Vorzeichen für eine Institutionalisierung des Fußballs für Mädchen und Frauen in der sportpolitischen Landschaft Westdeutschlands standen gut. Es war sogar eine Expertentagung mit Vertretern der Kultusministerkonferenz und des DFB zum Mädchenfußball geplant. Die angesprochene Resolution und Dokumentation wurde an die Vereine und Schulen weitergeleitet. Der Arbeitskreis hatte dem DFB-Vorstand unmissverständlich aufgezeigt, dass es erstens keine medizinischen und biologischen Aspekte mehr gebe, den Mädchenfußball nicht zu fördern, weil keine wesentlichen geschlechtsspezifischen Unterschiede bis zum Eintritt der Pubertät zu befürchten seien. Zweitens hatte der Arbeitskreis bereits erste Kontrolluntersuchungen mit Schulen unternommen und festgestellt, dass im koedukativen Sportunterricht der Grundschulen, also der Klassen 1 bis 4, Jungen und Mädchen mit vielen kleinen Spielen gemeinsam an das spätere große Spiel herangeführt werden sollten. Sowohl in der Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer wie auch in der Fortbildung sollte deshalb das Fußballspiel künftig vermehrt angeboten und gelehrt werden.

Auch wenn nach dem letzten DFB-Bundestag der 1970er Jahre das Verbot von Trikotwerbung für Damen und Jugendliche vorerst bestehen blieb, wurde zusätzlich in Anlehnung an die internationale Entwicklung die Spielzeit der Frauen von je 30 Minuten pro Halbzeit auf zweimal 35 Minuten angehoben. Zuletzt beschloss der Bundestag die Einführung des DFB-Pokals für Frauen und den Wettbewerb des Länderpokals der Auswahlmannschaften ab 1980, wie er bereits bei den Jungen stattfand. Dies alles sollte die Präsenz des Damenfußballs in der Öffentlichkeit zukünftig stärken.


Der DFB setzte seit 1979 gezielter auf die Förderung des Nachwuchses: 1986 mit der Kampagne Mädchen spielen Fußball