Trainingseinheit: Kombinationsspiel
Automatismen können nur dadurch ausgebildet werden, dass wir Handlungsfolgen regelmäßig wiederholen. Einige häufig wiederkehrende Spielzüge bilden die Basis unseres heutigen Trainings. Das Ziel dieser Spielzüge besteht darin, einen Mitspieler ins Spiel zu bringen. Die Initiative kann dabei vom Ballführenden ausgehen, aber auch von demjenigen, der den Ball fordert.

Geht die Initiative von Ballführenden aus, dann bestimmt dieser die weitere Entwicklung des Spieles. Geht die Initiative vom Mitspieler aus, indem dieser den Ball fordert (z. B. mittels Spurt in den freien Raum), schafft er für den Ballführenden eine naheliegende Lösung. Er „marschiert“, und der Ballführende spielt den Ball zu. Beide Vorgehensweisen haben dasselbe Ziel: mittels eines Passes in den gegnerischen Raum einzudringen. Das wichtigste ist immer, dass sich die Mitspieler anbieten und freilaufen, so dass sie angespielt werden können.

Erwärmung
Da das gesamte Training mit Ball absolviert wird, haben wir auch die Aufwärmübungen entsprechend ausgearbeitet. An den kürzeren Seiten eines Rechtecks von 15 m x 25 m stellen sich 6 Gruppen auf, so dass sich an beiden Seiten jeweils 3 Gruppen in Reihen gegenüberstehen. Die sich gegenüberstehenden Gruppen arbeiten zusammen. Wir benötigen 3 Bälle. Jede Gruppe besteht aus 2 oder 3 Spielern. Verfügt man über eine größere Anzahl von Spielern, dann teilt man diese am besten in 12 oder 16 Gruppen ein und nutzt die vier Seiten eines Quadrats (25 m x 25 m), wobei jeweils die beiden einander gegenüberstehenden Gruppen Zusammenarbeiten.

Auf Kommando starten alle vordersten Spieler. Die Gruppen der einen Seite sind in Ballbesitz. In der Mitte wird der Ball den Anweisungen entsprechend übergeben, die Spieler laufen weiter bis auf die andere Seite und schließen sich hinten an, nachdem die Ballführenden den Ball an den nächsten übergeben haben.

– Laufen mit Ball am Fuß – Ball auf den Fuß spielen.
– Ball führen, abwechselnd mit dem linken und dem rechten Fuß – Ball liegen lassen.
– Im Laufen Ball mit den Händen um den Körper geben.
– Im Laufen den Ball prellen.
– Im Gehen in die Höhe werfen und mit dem Fuß annehmen.
– Kurzer Pass und Tempowechsel.
– Ball führen, dabei an dem entgegenkommenden Spieler
– Vorbeigehen, drehen und Ball zurückspielen.
– Ball hochwerfen und im Sprung auffangen.
– Ball mit den Händen über den Boden rollen.
– Pass in die Mitte – beide spurten zum Ball.
– Ball zur Mitte rollen – beide Spieler spurten.
– Auf Tempo mit dem Ball am Fuß zur Mitte.
– Ballführung auf Tempo, nach 7 m Pass und Sprint bis zum Ende.

Hauptteil
Für das Training teilen wir die Spieler in Vierergruppen ein. Da die Spielzüge im Vordergrund stehen, wird die Anzahl der Wiederholungen, bei denen die technische Ausführung im Mittelpunkt steht, knapp bemessen. Indem die Spieler jede Übung erst technisch sauber ausführen, lernen die Spieler gleichzeitig den Übungsinhalt kennen.


Übung 1: Pass auf vorab festgelegten Spieler. Das Suchen des Mitspielers und das Freilaufen werden dadurch erleichtert, dass man die Spieler „numeriert“ (A, B, C, D). Hat Spieler A den Ball, dann weiß B, dass er sich freilaufen muss. Allmählich das Tempo erhöhen.


Übung 2: Pass spielen und wegsprinten. Nun gibt A den Pass auf den sich freilaufenden B und spurtet selbst in den freien Raum (als Vorbereitung auf spätere Übung).
– Versuchen Sie herauszufinden, wie weit eine Gruppe ihr Tempo steigern kann.
– Versuchen, das Freilaufen (des Ballempfängers) so lange wie möglich zu verschleiern.
– Versuchen, das Abspiel so lange wie möglich zu verheimlichen. Erst eine Körperfinte, dann spielen.


Übung 3: Freispielen. Hier führen die Spieler A und B eine Scheinhandlung aus, um Spieler C die Möglichkeit zu geben, sich freizulaufen: Spieler A passt auf B. Inzwischen macht D Platz (schafft Freiraum), so dass Spieler C sich freilaufen kann. Spieler C läuft sich in dem Augenblick frei, da A und B mit der Scheinhandlung beginnen (Spieler B weiß, was C machen wird).


Übung 4: Durchbruch mit Hilfe eines abgeschirmten Spielers, Spieler A – in Ballbesitz – wird von Gegner T gedeckt, der den Ballführenden nicht direkt angreift, sondern ihn hindert, weiter vorzudringen. Spieler A ist daher gezwungen, in die Breite zu spielen. Spieler B kommt A zur Hilfe, während C sich bereithält. Spieler A lässt in dem Moment, wo B an ihm vorbeiläuft, den Ball für B liegen, während C in die Tiefe spurtet. Spieler B übernimmt den Ball und spielt C in der Tiefe an.


Übung 5: Über Kreuz laufen – Anspielen eines Mittelfeldspielers an der Außenlinie. Spieler A drängt ins Zentrum. Mittelfeldspieler B läuft sich an der Außenlinie frei, während A auf Spieler C spielt, der direkt auf Spieler B weiterspielt. Spieler A verhält kurz.

Sobald B am Ball ist, schafft D in der Mitte Platz (zieht Gegenspieler mit), worauf A hineinspurtet und von B den Pass erhält.


Übung 6: Ball über Kreuz spielen – Ins-Spiel-Bringen der Flügelspieler im Mittelfeld. Mittelfeldspieler A – in Ballbesitz – rückt an der Außenlinie auf, passt auf B und verhält sich „ruhig“. Spieler B legt auf C zurück, woraufhin Flügelspieler D die Außenlinie verlässt und den Ball fordert. Der Freiraum ist geschaffen: C spielt an der Außenlinie in die Tiefe, wohin A bereits gespurtet ist. Bei beiden Spielzügen ist es wichtig, dass das Timing stimmt und die wichtigsten Absichten verheimlicht werden. Auch die sogenannten unwichtigen Handlungen (Spieler, der den Ball fordert und nicht erhält, schafft freien Raum) müssen sehr gut einstudiert werden.


Übung 7: Durch das Formieren eines Abwehrschirmes zwischen dem anzuspielenden Mitspieler und dem Gegenspieler entsteht eine Anspielmöglichkeit. Spieler A passt zu C und geht diagonal in die Spitze, wo er den Ball zurückfordert. Spieler B ist inzwischen gleichfalls gestartet, und D macht Platz für den spurtenden A. Spieler C tut so, als ob er den Ball zu A spielen würde, gibt aber zu B, der aufrückt.


Übung 8: In Tornähe können wir denselben Spielzug anwenden, um sofort aufs Tor zu schießen. Übung 8 ist eine Variante. Hier ziehen C und D die Aufmerksamkeit auf sich, während A auf C passt. Dieser tut so, als ob er D anspielen will, stoppt den Ball jedoch für A, der hinter B hervorkommt und sofort schießt oder selbst weiterspielt.

Trainingseinheit: Konditionstraining: Schnelligkeit
Wenn wir ein Training mit Ball durchführen, können wir die Schwerpunkte unterschiedlich setzen, was dazu führt, dass ein und dieselbe Übung unterschiedlich ausgeführt wird und gleichzeitig ein anderes Ziel erhält. Wir können die Betonung auf die Ausführung legen, d. h. auf Genauigkeit und Timing. Dabei kommt das Tempo erst an zweiter Stelle. Wir können die Betonung auch auf schnelle Ballbehandlung legen oder auf die Geschwindigkeit, mit der ein Spieler seine Position wechselt: das Spiel ohne Ball. Schließlich können wir spieltechnisch die unterschiedlichen Aspekte kombinieren, wobei man sich der realen Spielsituation so weit wie möglich nähert. Wir achten dann auf alle genannten Punkte. Bei solch einer wettkampfnahen Übung muss die Absicht so lange wie möglich verborgen bleiben. Verhindern Sie also, dass sich die Spieler frühzeitig anbieten, weil sie doch wissen, was passieren wird. Sie müssen so lange wie möglich warten, um dann plötzlich anzutreten oder einen angemessenen Pass zu spielen. Wenn man hierauf besonders achtet und mehr Punktspielatmosphäre in die Übungen bringt, arbeitet der Trainer an der Mentalität seiner Spieler. In dem nun Folgenden Training liegt der Akzent auf Tempo und Durchsetzungsvermögen. Benötigt werden neben Bällen 10 Fahnenstangen, einige Hürden und einige Kegel. In die Übungen haben wir einen Belastungstest eingebaut.

Erwärmung
Organisation: In Zweierreihen über die Breite des Feldes.
– Locker laufen.
– Gehen, im Wechsel große und kleine
Schritte, Füße gut abrollen, von der Ferse bis zu den Zehen.
– Locker laufen – auf Kommando auf der Stelle laufen – Knie halb anheben (25mal), 20 m laufen und wieder auf der Stelle laufen.
– Locker laufen – auf Kommando Hockstütz und zweimal nachfedern.
– Gehen, bei jedem dritten Schritt das Bein so weit wie möglich vorhochschwingen und den Fuß mit beiden Händen berühren.
– Locker laufen, im Laufen den Rumpf drehen und auf die Ferse sehen (links und rechts).
– Seitwärts laufen, links und rechts.
– Gehen – Armkreisen vorwärts und rückwärts.
– Zwei Meter rückwärts laufen,
– Drehung, weiterlaufen usw.
– Gehen – auf Kommando stoppen, nach vorn, nach hinten, nach links und nach rechts beugen. Anschließend den Kopf links- und rechtsherum kreisen.
– Locker laufen – auf Kommando auf der Stelle laufen, systematisch Tempo steigern.
– Locker laufen – auf Kommando Tempo bis zu kurzen Sprints steigern (6- oder 7mal).
– Rückwärts laufen – auf Kommando drehen und kurzer Antritt.
– Sprint über die gesamte Breite des Feldes.
– Locker laufen und tief durchatmen. Hauptteil
Wir teilen die Spieler in Sechsergruppen ein, die während des gesamten Trainings miteinander, gegeneinander oder einzeln arbeiten.

Erste Serie
Die Sechsergruppen werden in zwei Dreiergruppen unterteilt. Jede absolviert beide Übungen (wechseln).
Übung 1: Ballführung und Hürdenlaufen. Drei Spieler. Benötigt werden: 3 Hürden und 3 Bälle. Ball unter der Hürde durchspielen, während der Spieler die Hürde überspringt. Ball unter Kontrolle bringen und zur nächsten Hürde. Die nächsten Spielerfolgen in kurzem Abstand. Sobald sie die andere Seite erreicht haben, führen sie den Ball auf Tempo um die Hürden zurück zum Ausgangspunkt. Sofort wiederholen, aber nun übernimmt der zweite Spieler die Führung (der Führende hat so jedes Mal eine etwas größere Pause).


Nach drei Durchgängen 15 Sekunden Pause, anschließend die Übung dreimal wiederholen.


Übung 2: Doppelpassmühle. Drei Spieler,
1 Ball. Spieler A sprintet hin und wieder zurück, um abwechselnd mit B und C einen Doppelpass zu spielen. Nach weitem Zuspiel von Spieler B zu C spurtet B zum Ausgangspunkt zurück, während A zu C zum Doppelpass sprintet. Regelmäßig wechseln.

Zweite Serie


Übung 1: Abspiel und Freilaufen. Drei Spieler, 1 Ball. Spieler A stellt sich mit Spieler B in 25 m Entfernung zu C auf. A führt den Ball 5 min Richtung C und spielt den Ball steil zu dem heransprintenden B, während A daraufhin sofort quer nach rechts spurtet, um den Pass von B zu erhalten. B spurtet zurück zum Ausgangspunkt, und A führt den Ball auf Tempo zu C, gibt den Ball ab und reiht sich hinten an. Die Übung wird nun mit Spieler C in Richtung B durchgeführt (fortlaufend).


Übung 2: Die drei anderen Spieler nutzen die Umzäunung des Platzes, um verschiedene Übungen durchzuführen:
– Sprint zum übernächsten Pfahl – 2 Längen locker laufen, usw.
– um 3 Pfähle vorwärts sprinten – 1 Länge zurück.
– rückwärts laufen – 2 Längen vorwärts laufen.
– Springen: hin und zurück über das Geländer zwischen 2 Pfählen.
– Kriechen: hin und zurück unter dem Geländer durch.
– Kombinationen: Sprung über die Umzäunung und unten wieder zurück.
Weitere Kombinationen mit Sprints und Sprüngen.

Dritte Serie
Kilometertest in zwei Dreiergruppen, nacheinander. Dieser Lauftest ist hervorragend geeignet, um die Kondition zu testen. Zeiten aller Spieler notieren und regelmäßig vergleichen. Es laufen jeweils 3 Spieler. Vom Startpunkt 1 zu Pfahl 2 und wieder zurück zu 1, dann zu 3, bis einschließlich 7. Auf diese Weise zwei Durchläufe hintereinander. Anschließend startet Gruppe 2, während Gruppe 3 sich aktiv erholt.

Vierte Serie


Übung 1: Ziehharmonikaspiel. Vier Spieler und ein Ball. Die Spieler stellen sich paarweise in einem Abstand von 25 m auf. Der Ball liegt 5 m vor dem Spieler A, der beginnt. Der Ball wird hin- und hergespielt, und zwar so, dass der Spieler, der angespielt wird, auf den Ball zuläuft, passt und sofort zurückläuft, um seinen Platz wieder einzunehmen. Allmählich das Tempo erhöhen.

Variante (anstrengender): Beide Spieler, die dem Ballführenden gegenüberstehen, laufen nach vorn, um den Pass anzunehmen. Der Spieler, der merkt, dass der Pass nicht für ihn bestimmt ist, dreht ab und läuft auf seinen Platz zurück. Der Ballführende spielt nun aber den Ball nicht mehr gleichmäßig zu, sondern „normal“, sehr kurz (sogar nur 50 cm) oder sehr lang (schwieriger, da Annahme im vollen Lauf). Die beiden Spieler müssen unter allen Umständen zum Ball spurten. Regelmäßig lösen sich zwei Spieler mit den beiden anderen Spielern der Gruppe ab, die inzwischen die nächste Übung durchführen.


Übung 2: Zweifacher Doppelpass.
Spieler A führt den Ball um die Fahnenstangen, passt auf B, der sich anbietet und den Ball in den Lauf von A prallen lässt. B spurtet sofort zur gegenüberliegenden Seite, während A den Ball um die Stangen führt und sich für den nächsten Doppelpass bereithält.

Fünfte Serie
Während der Wettkampfperiode dürfen wir im Training kleinere oder größere Übungsspiele nicht vergessen. Nicht einfach nur zwei Gruppen „kicken“ lassen, sondern Spiele mit einem bestimmten Ziel organisieren. Hier ein Spiel 3 gegen 3. Es gilt: maximal 3 Pässe bei Ballbesitz. Andere Regeln wären:


– Der Ball muss direkt weitergespielt werden.
– Ein Tor ist nur gültig, wenn ein bestimmter Spieler ins Spiel einbezogen wurde.

Sechste Serie
Abspiel und hinterherlaufen. Die Spieler stellen sich z. B. um den Mittelkreis auf. Der Ballführende spielt den Ball in die Mitte und läuft hinterher. Der Spieler in der Mitte passt sofort zum nächsten und läuft hinter dem Pass her. Dieser Spieler (B) passt seinerseits in die Mitte (nun A) und läuft hinterher usw. Fortlaufend und systematisch Tempo erhöhen.

Zwei in der Winterperiode stets wiederkehrende Ärgernisse sind der schlechte Zustand des Platzes (hart oder aufgeweicht) und das Entstehen von Blasen. Hier einige Tipps.

Platz: Neben der richtigen Wahl der Stollen gibt es noch ein weiteres Hilfsmittel, um zu verhindern, dass sich Matsch- und Schneeklumpen unter den Schuhen bilden. Wir reiben – am besten einen Tag vorher – die Schuhsohlen sehr sorgfältig mit einem altmodischen Mittel ein, nämlich mit Ruß. Gut trocknen lassen. Diese Schutzschicht weist Schlamm und Schnee ab, so dass die Sohlen frei bleiben.

Blasen: Man kann versuchen, die Blasenbildung zu verhindern, indem man Talkum in die Strümpfe gibt. Hat sich ein Spieler eine Blase gelaufen, was oft sehr schmerzhaft ist, dann kann man die Schmerzen dadurch lindern, dass man einen Verband aus Mull und Pflaster anlegt (einige mm dick), und zwar so, dass ein Ring um die Blase gelegt wird, der den Druck (und die Schmerzen) lindert.