Trainingseinheit 21: Konditionstraining im festen Stationsbetrieb
Nach der ersten – erfolgreichen – Feuertaufe im Punktspielbetrieb haben wir die Möglichkeit, die Mannschaft nun unter Wettkampfbedingungen zu beurteilen. Wichtig erschien die Tatsache – außer der taktischen Vorbereitung in der Kabine dass das Massieren der Spieler vor dem Aufwärmen eine psychologisch positive Wirkung auf sie hatte. Obwohl die Massage physiologisch einen nur sehr begrenzten Wert hat, kann man die besondere Atmosphäre nutzen, um mit den Spielern zu sprechen. Ein Masseur, der dem Spieler sagt, dass mit den Muskeln alles in Ordnung sei und dass der Spieler in Form sei, schafft eine gute Basis für den Trainer, auf der dieser beim Aufwärmen aufbauen kann.

Einige taktische Schwächen, z. B. das Schlagen eines Querpasses, behandeln wir in unserem Donnerstagstraining. Heute führen wir ein Konditionstraining im Riegenwechselbetrieb durch. Vor Trainingsbeginn bauen wir die Stationen auf dem Feld auf.

Erwärmung
Die Erwärmung führen wir mit der gesamten Gruppe auf dem vorbereiteten Feld durch. Sehr locker anfangen und allmählich steigern.

 

Hauptteil
Wir teilen die Spieler in Sechsergruppen ein. Da an der ersten Station 6 Spieler zu viel wären, lassen wir dort in 2 Gruppen arbeiten. Für die übrigen Gruppen markieren wir ein zweites Übungsterrain. Eine Station muss nicht unbedingt mit Fahnenstangen abgesteckt werden. Man kann auch die Markierungslinien nutzen.

Erste Station
Hier absolvieren die Spieler selbständig ein Intervallprogramm: gehen – sprinten; locker traben – Sprint mit erschwerenden Aufgaben. Diese Station bietet viele Möglichkeiten. Einige Beispiele:
– Slalom um die Stangen
– Doppelslalom
– jede Stange umlaufen
– vorwärts sprinten, an der Stange abbremsen, rückwärts zurück, an der Stange abbremsen, vorwärts zur nächsten Stange traben und dann sprinten usw.
– gehen, dann Sprint von einer Stange zur nächsten
– laufen, vor dem Pfahl täuschen, dicht vorbeilaufen (fortlaufend)
– laufen, 360-Grad-Drehung um die Stange und dann sprinten
– laufen, an jeder Stange einen Sprung ausführen; dabei kann man die Betonung, auf die Art des Absprungs legen (abwechselnd links, rechts und mit beiden Beinen), auf den Sprung selbst oder auf den Kopfstoß im rechten Moment.


Die Spieler üben etwa 15 Minuten, danach wechseln sie mit den Spielern auf der zweiten Station. Wenn diese Spieler nach 15 Minuten wieder zurückkommen, lassen wir sie zu zweit arbeiten. Das stimuliert den Leistungswillen. Abschließend üben die Spieler in Dreiergruppen.

Zweite Station
An dieser Station werden überwiegend Kraftübungen durchgeführt. Die Spieler üben wieder in Sechsergruppen. Nach jeweils zwei Trage- bzw. Sprungübungen eine Laufübung einfügen, z. B. „Folge dem ersten“. Bei den Trageübungen können die Spieler frei wechseln. Einige Möglichkeiten:

Trainingseinheit: Training in Spielform
Lassen Sie sich von dem Wort Spiel nicht in die Irre führen. Ein Training in Spielform kann körperlich sehr belastend sein, da der Wettkampfgeist und das Leistungsstreben der Spieler angesprochen werden. Jeder will ja gewinnen.

Die beiden folgenden Beispiele haben zum Inhalt:
1. Tempo erhöhen bei Weitergabe des Balles
2. sehen und spielen bei Spielverlagerung.
Beide Spiele können parallel durchgeführt werden. Auf einem abgesteckten Feld von 20 m x 10 m spielen wir Fußballtennis, auf der anderen Spielfeldhälfte organisieren wir ein Spiel.

Fußballtennis
Organisation: 5 gegen 5 auf einem Feld von 20 m x 10 m, das durch ein Netz oder
eine Schnur in zwei Hälften geteilt ist. Spielregeln wie beim Volleyball: pro Spielphase darf die Mannschaft den Ball dreimal berühren – nicht häufiger als einmal pro Spieler. Beim Erreichen von 5 Punkten läuft die Verlierermannschaft eine Runde um das Feld. Anschließend Seitenwechsel.


Variante 1: Der Ball darf zwischen zwei Kontakten einmal den Boden berühren. Der Ball darf mit Fuß, Knie oder Kopf frei gespielt werden.


Variante 2: Der Ball darf frei gespielt werden, aber zwischen den drei Kontakten nicht mehr den Boden berühren.
Variante 3: Der Ball darf nur mit dem Kopf gespielt werden. Die Regel hinsichtlich der Bodenberührung entfällt.
Variante 4: Die drei vorherigen Varianten können mit einer deutlichen Erschwerung wiederholt werden: Sofort nach dem Spielen des Balles spurtet der Spieler zur Außenlinie, wo er einen Gegenstand (Ball) berühren muss, bevor er ins Spiel zurückkommt.

Wettkampf – Spiel in die Breite
Voraussetzungen: 2 kleine Tore (1 m breit) und 2 Stangen.
Die Abbildung zeigt die Aufstellung und die Spielweise. Das Ziel besteht darin, die Möglichkeit der Spielverlagerung auszunutzen, um den Gegner durcheinanderzubringen.

Spielinhalt: Mannschaft B spielt ohne Torwart auf das große Tor und verteidigt die beiden kleinen Tore an den Seitenlinien. Mannschaft A spielt mit Torwart und verteidigt das große Tor. Sie greift die kleinen Tore an mit der Erschwernis, dass sie bei jedem Angriff an der torferneren Fahnenstange vorbeispielen müssen. Spielen sie auf das linke Tor, dann umspielen sie die rechte Fahnenstange und umgekehrt. Ist die betreffende Fahnenstange umspielt, dann ist eine Spielverlagerung auf das andere Tor (Doppelpass in die Breite) allerdings erlaubt. Dies schließt auch das „Postenbeziehen“ vor einem gegnerischen Tor aus.

Der Trainer beobachtet das Spiel und lässt die beiden Mannschaften alle 10 Minuten wechseln. Nach 20 Minuten wird mit den Spielern der ersten Spielgruppe gewechselt.