Von Pasteten bis zu Protein-Shakes: Was Fußballspieler wirklich essen
Es ist bemerkenswert, wie sich Fußballspieler früher ernährt haben. Das Spiel hat sich geändert. Heute wissen wir viel mehr darüber, was Fußballspieler essen sollten, als noch vor einem Jahrzehnt. Viele Spieler – wenn auch sicher nicht alle – haben ihre Ernährung komplett umgestellt.

Höhere Leistungsanforderungen an Sportler
Der Fussball ist immer professioneller geworden. Studien zeigen, dass die in Sprints und hochintensiven Läufen zurückgelegte Distanz für alle Positionen gestiegen ist, vor allem in der Champions League, sodass die Fussballer immer mehr Reserven an Muskelglykogen benötigen. Die Spieler spielen mehr Spiele und werden selbst stärker und schneller. Heute geht es darum, diese feinen Margen zu finden, wo sich die Sportler weiter verbessern können.

Tatsächlich gibt es nur sehr wenige wissenschaftliche Beweise dafür, dass die Ernährung die Leistung des Fussballs beeinflusst. Das liegt zum Teil daran, dass die kleine Bevölkerungsgruppe der Spitzenfussballer medizinisch kaum erforscht ist. Ihre Körper sind zu ungewöhnlich, um für die meisten Fragen der öffentlichen Gesundheit relevant zu sein.

Die Ernährung ist jedoch einer der wenigen Leistungsfaktoren, die sich kontrollieren lassen, weshalb die Vereine nun alles daran setzen, die Fussballer dazu zu bringen, die richtigen Nahrungsmittel zur richtigen Zeit zu essen. Hier sind einige der derzeit besten Praktiken des Sports.

– Koffein ist die beliebteste Nahrungsergänzung des Fussballs vor dem Spiel. Es verbessert die körperliche, kognitive und technische Leistung (einschliesslich der Passgenauigkeit). Empfohlen sind Tee oder Kaffee zum Frühstück vor dem vor dem Training und koffeinhaltige Sportgetränke an Spieltagen.

– Ballaststoffreiches Gemüse wie Brokkoli, Kohl, Blumenkohl und Rosenkohl sollte zweimal pro Woche gegessen werden, aber – da sie blähend sind und Zeit zur Verdauung brauchen – nicht unmittelbar vor dem Spiel.

– Rote-Beete-Saft erhöht den Nitratgehalt, aber nicht jeder mag ihn.

– Ein Spieler mit einer hohen Arbeitsbelastung braucht viele Kohlenhydrate. Wenn er keine hohe Arbeitsbelastung hat (vielleicht weil er verletzt ist), machen ihn viele Kohlenhydrate dick. Nudeln sollten al dente, also ziemlich hart, gegessen werden, da weich gekochte Nudeln den Zuckergehalt der Spieler ansteigen und dann fallen lassen.

– Die Entzündung des Körpergewebes nimmt im Laufe der Saison tendenziell zu. In dieser Phase sollten die Spieler entzündungshemmende Nahrungsmittel wie Brokkoli, Kirschen und Knochenbrühe einnehmen, anstatt die traditionellen schmerzstillenden Medikamente des Fussballs zu nehmen.

– Der Protein-Regenerationsshake nach dem Training, der oft für jeden Spieler individuell gestaltet wird, ist zu einem Fussball-Ritual geworden.

– Innerhalb einer Stunde nach dem Ende eines Spiels sollten die Spieler Proteine essen, um geschädigte Muskelfasern zu unterstützen. Der Körper ist unmittelbar nach dem Training am aufnahmefähigsten für Nährstoffe. Ideal ist ein Protein Kuchen, der den Körper schnell wieder aufbaut.

Eigenverantwortung der Spieler
Es hilft, dass viele Fussballer von der neuen gesellschaftlichen Obsession der Ernährung angesteckt wurden. Vor allem junge Talente zu Beginn ihrer Karriere versuchen, ihren Stress zu kontrollieren, indem sie sich selbst um ihre Ernährung kümmern und die Essgewohnheiten einhalten.

Doch trotz aller ernährungsphysiologischen Fortschritte des Sports essen die meisten Fussballer immer noch suboptimal. Viele Fußballspieler, vor allem jüngere, wissen einfach nicht, was sie essen sollen, oder werden von jemandem beraten, der die Sporternährung nicht versteht. Einige Spieler essen Fastfood. Manche lehnen die wichtige stärkende Mahlzeit nach dem Spiel mit der Begründung ab, dass sie keinen Hunger haben. Einige schrecken sogar davor zurück, in der Halbzeit eine Flasche Wasser zu trinken, obwohl ein Marathonläufer während eines Rennens elf Flaschen trinken könnte. Trainer können es mit Verboten versuchen, aber sie können nicht in die Villen der Spieler einbrechen und sie zwangsernähren.

Selbst Spieler, die sich für Ernährung interessieren, könnten Lebensmittel bevorzugen, die ihren Körper gut aussehen lassen, anstatt die Leistung zu fördern. Den größten Einfluss auf die Ernährungsgewohnheiten der Fussballer haben die Trainer.

Die meisten Ernährungswissenschaftler im Fußball versuchen, die Spieler zu erziehen. Einige vielversprechende Methoden dabei sind:
– einem Spieler seine Bluttestergebnisse zeigen, auf Mängel hinweisen und dann mit ihm einen Ernährungsplan aufstellen
– einen Ernährungswissenschaftler dazu bringen, mit den Spielern zu essen und „informelle Interventionen“ während der Mahlzeiten vorzunehmen
– den Spielern Supermarktführungen und Kochkurse geben
– Ernährungsinformationen auf ihre Essenstabletts drucken
– obligatorische Trinkpausen oder Gruppenmahlzeiten einführen
– Telefonieren während der Mahlzeiten verbieten
– vor dem Training einen Obstkorb in Umkleideräume stellen.

Letztendlich müssen die Vereine jedoch oft Kompromisse bei der Ernährung eingehen. Nach dem Spiel servieren viele immer noch die traditionelle Käsepizza. Sie ist zwar vollgepackt mit gesättigten Fetten und Salzen, aber verglichen mit dem, was einige Spieler zu Hause essen, ist es eine gesunde Ernährung.