Trauringe und Eheringe aus Platin und Carbon!

Zusammenfassung und Vergleich von Frauenfußball
Den heutigen Stand des Frauen- und Mädchenfußballs hätten wir mir damals gern so gewünscht. Der Mädchenfußball hat eine Entwicklung genommen, die einfach toll ist. Heute kommen die schon mit technischen Versiertheiten, wovon wir damals geträumt haben. Durch die Erfolge der Nationalmannschaft hat der Frauenfußball heute einen super Stand.

Die vorliegende Studie hat gezeigt, wie sich der Frauenfußball in der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland angesichts unterschiedlicher Gesellschaftssysteme in beiden Staaten und der räumlichen Teilung bis 1991 entwickelte. So ist klar zu erkennen, dass sich der Frauenfußball in der DDR von Beginn an emanzipierte, indem die Fußballerinnen sich fern vom Verband selbstständig organisierten. Erstmalig für 1960 nachgewiesen, gliederte sich der Frauenfußball in der DDR mit den frühesten Übungs- und Wettkampfformen ab 1967 in das Feld des Freizeit- und Erholungssportes ein. Bedingt durch die fehlende verbandsseitige Unterstützung, die ab 1969 auf die besonders geförderten Sportarten beschränkt wurde, bauten sich die Fußballerinnen eigene Strukturen auf. Der DFV der DDR reagierte 1971 mit der Aufnahme des Frauenfußballs als Volks-sport in die Spielordnung. In der Regel schlossen sich die Fußballerinnen den Betriebssportgemeinschaften an oder sie spielten in einer Sportgemeinschaft auf dem Land. Die wichtigste Grundstruktur des DDR-Frauenfußballs blieb aber die Zugehörigkeit zu den BSGs der einzelnen Trägerbetriebe. Durch einen Abteilungsleiter, der an der Schnittstelle zwischen BSG-Leitung und Sektion Fußball für den Frauenfußball verantwortlich war, wurden Gelder für Reisen zu Auswärtsspielen und für Trainingsmaterialien aus dem Kultur- und Sozialfond des Betriebes eingeholt. Die dadurch entstehenden Freiräume vermochten die Frauen zu nutzen: Es gehört zu den Absurditäten, dass im Breitensport trotz vielfältiger Kontrollen und Überwachung größere Spielräume und mehr Chancen für Eigeninitiativen bestanden als im durchreglementierten Aushängeschild Leistungssport.

In der Auseinandersetzung mit den offiziellen Beschlussvorlagen und Beschlüssen des DFV der DDR in der Anfangszeit des Frauenfußballs schufen sich die aktiven Frauen eine eigene Nische im FES. Für die Sportlerinnen standen von Beginn an Leidenschaft und Spaß an der Sache im Mittelpunkt, weshalb sie Unannehmlichkeiten – wie eine Extranachtschicht für nötige Verpflegungsgelder oder Stehen im Zug auf dem Weg zu Auswärtsspielen – in Kauf nahmen und ihrem Fußball treu blieben. Das spielerische Niveau der Fußballerinnen nahm im Laufe der Jahre immer weiter zu, sodass der Verband 1979 schließlich auf die steigende Anzahl von Frauenmannschaften mit der Einführung der DDR-Bestenermittlung reagierte.

Auch in der Bundesrepublik entwickelte sich trotz des informellen Verbots des DFB ab 1955 ein Damenfußballbetrieb, der vom Verband bis Oktober 1970 ausdrücklich nicht erwünscht war. Dieses Verbot des DFB, an dem sich beispielsweise der Deutsche Städtetag nicht orientieren wollte, ermöglichte bis 1970 allenfalls einen inoffiziellen Spielbetrieb in Städten wie Berlin und München sowie im Ruhrgebiet. Bereits im März 1970 wurden dann die Weichen zur Aufnahme des Damenfußballs in den DFB gestellt. Das Verbot selbst hob der DFB am 31. Oktober 1970 offiziell auf. Von da entwickelte sich der Damenfußball in der Bundesrepublik im Eiltempo. Bereits 1973, nicht zuletzt auch auf internationalen Druck, traf man die Vorbereitungen zur Einführung der Deutschen Amateur-Meisterschaft, die ab 1974 offiziell ausgetragen wurde. Den ersten westdeutschen Meistertitel sicherte sich die TuS Wörrstadt. Die Damenfußballerinnen in Westdeutschland schafften es Mitte der 1970er Jahre, ihre öffentliche Reputation schrittweise zu steigern. Sogar die Sportwissenschaft beschäftigte sich erst-mals mit Fußball spielenden Frauen und der DFB berief eine eigene Referentin für Damenfußball in den Spielausschuss. Insbesondere die Nachwuchsarbeit wurde ab 1979 gezielt angegangen. In Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen richtete man die Grundlagen für einen geregelten Mädchenfußballspielbetrieb zwischen München und Hamburg ein. Defizite in diesem Bereich konnte die DDR bis zum Ende ihres Bestehens nicht aufholen, was in den ostdeutschen Bundesländern noch heute spürbar ist.

Die Akteure des deutsch-deutschen Frauenfußballs, v. a. die Spielerinnen und ihre Trainer sowie Sektions- bzw. Übungsleiter in den einzelnen Betriebssportgemeinschaften auf DDR-Seite oder in den Vereinen auf der Westseite bauten in den 1980er Jahren ihre sportlichen Aktivitäten – von Freundschaftsspielen auf regionaler, aber auch internationaler Ebene bis zu Hallen- und Freiluffturnieren – weiter aus. Allerdings blieb in der DDR die nationale Spielebene, die Trainer und Spielerinnen von Beginn an als eine Meisterschaft betrachteten und auch so bezeichneten, bis zur Wiedervereinigung nur die sogenannte DDR-Bestenermittlung. Sportlich gesehen entwickelte sich dieser Wettbewerb zum wichtigsten Wettkampf für die DDR-Spielerinnen, der durch die BSG Turbine Potsdam mit sechs Gesamtsiegen dominiert wurde. Allerdings konnte zu keinem Zeitpunkt das spielerische Niveau der westdeutschen Fußballerinnen erreicht werden. Dort hatte man fünf Jahre Vorsprung, der v. a. bei der Zusammenführung in die zweigleisige Bundesliga 1991/92 deutlich werden sollte. Der westdeutsche Spielbetrieb differenzierte sich regional in den einzelnen Landesverbänden mit Bezirks- und Verbandsligen aus. Die als Turnierform jährlich durchgeführte Deutsche Meisterschaft beherrschten über Jahre hinweg die SSG 09 Bergisch Gladbach, der FSV Frankfurt und der TSV Siegen.

Gerade die Analyse der DDR-Bestenermittlung zeigt, dass der Frauenfußball seit 1980 in den Funktionärsetagen des Deutschen Fußballverbandes der DDR angekommen war, obwohl man sich dort wohl eher widerwillig damit beschäftigte. Der DFV der DDR stellte nachweislich für die Endrundenturniere von 1979 bis 1987 – wenngleich relativ bescheidene – Gelder für die Durchführung der Finalspiele zur Verfügung und sandte jährlich einen Vertreter des Präsidiums zu den Turnieren.

1984 folgte sogar die Bildung einer AG Frauenfußball beim DFV der DDR, die eine weitere Institutionalisierung in die Verbandsstrukturen umsetzte. Allerdings verpasste es der DFV der DDR, auf den Mädchenfußball zu setzen. Die Bundesrepublik baute seit dem Arbeitskreis 1979 Gebt Mädchen eine Chance! die Nachwuchsförderung im weiblichen Bereich strukturell aus. Zu einer vergleichbaren Einrichtung einer Auswahlmannschaft der Bezirke für Frauen und Mädchen kam es in der DDR nie.

Das Medieninteresse, das sich die deutsch-deutschen Fußballerinnen seit den 1970er Jahren unabhängig voneinander erspielten, konnte bis 1991 kontinuierlich gesteigert werden. In der DDR wurde zum Beispiel nahezu jährlich über die DDR-Bestenermittlung berichtet. Seit 1987 war fast jeder Spieltag der Frauen auf nationaler Ebene in der FUWO nachzulesen, die seit 1981 sogar eine Rubrik Frauenfußball einführte, in der Notizen, kleinere Artikel oder statistische Übersichten zur Bestenermittlung und zu Hallenturnieren erschienen. Für die westdeutsche Seite dokumentierten im gleichen Zeitraum v. a. zahlreiche Beiträge im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ein regelmäßiges Interesse am Frauenfußball. 1985 berichtete das Politmagazin Kontraste sogar über den DDR-Frauenfußball und die BSG Turbine Potsdam.

Ein weiterer zentraler Unterschied in der deutsch-deutschen Frauenfußballgeschichte ist die Entwicklung der Mitgliederzahlen, auch wenn diese in ihrer Zusammensetzung zu relativieren sind. Während der DFV der DDR 1981 eine Zahl von 6.0006Spielerinnen und 360 Mannschaften meldete, waren es in der Bundesrepublik zu diesem Zeitpunkt schon 383.171“ Spielerinnen in 2.701 Mannschaften. Selbst vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung in beiden deutschen Staaten bedeutete dies ein deutliches Übergewicht für den Damenfußball der Bundesrepublik Deutschland. Bis 1989 gingen die Mitgliederzahlen im DDR-Frauenfußball sogar noch zurück. Vor der Wiedervereinigung sollen 5.500 Fußballerinnen im Osten gespielt haben, während in der Bundesrepublik die Anzahl zwischenzeitlich auf 479.098 angestiegen war. Dies war gleichbedeutend mit 2011Frauenmannschaften in der DDR gegenüber 2.326 auf westdeutscher Seite. Nach dem Titelgewinn der Bundesrepublik bei der Europameisterschaft im gleichen Jahr erklärte Hannelore Ratzeburg indes, dass von dieser scheinbaren hohen Anzahl an Spielerinnen in der DFB-Statistik lediglich 70.000 wirklich aktiv waren. Die Bundesrepublik hatte zwar in der Zeit des politischen Umbruchs mit stagnierenden Mädchen- und Damenfußballzahlen zu kämpfen, brachte aber immer noch zwölfmal mehr Spielerinnen in das vereinigte Deutschland ein als die kleinere DDR.

Die Entwicklung des gesamtdeutschen Frauenfußballs seit 1990 fußt – neben dem Eifer und der Spielfreude der aktiven Spielerinnen – maßgeblich auf der engagierten und leidenschaftlichen Arbeit verschiedener Einzelpersonen. Ohne Gero Bisanz, Hannelore Ratzeburg und Tina Theune-Meyer hätte die Entwicklung des westdeutschen und seit November 1990 gesamtdeutschen Frauenfußballs den bis heute fortgesetzten Aufwärtstrend nicht genommen. Seit 1982 haben die drei daran mitgewirkt, dass eine Abteilung Damenfußball aufgebaut wurde und die Professionalisierung der Nationalmannschaft weiter vorangetrieben wurde. Auf DDR-Seite war es u. a. den Übungsleitern Dietmar Männel, Bernd Schröder und Hugo Weschenfelder zuzuschreiben, dass das Spielniveau – ausgehend von den Zentren wie Schlema, Jena und Potsdam – im Laufe der Jahre flächendeckend gesteigert wurde. Bis auf Hugo Weschenfelder, der im Frühjahr 1996 verstarb, sind viele der Akteure und Akteurinnen des DDR-Frauenfußballs ihrem Sport bis heute verbunden geblieben. Vor allem Sabine Seidel und Margit Stoppa setzen seit dem 1. Februar 1997 in einem Frauen- und Mädchenausschuss im Fußball-Landesverband Brandenburg zentrale Strukturaufgaben für den weiblichen Fußballsport um.

Der die Geschichte des deutsch-deutschen Frauenfußballs abschließende Blick auf die beiden Nationalmannschaften offenbart, dass auch hier die DDR die strukturellen Voraussetzungen erst ab 1988 und damit zu spät erarbeitete. Spielerinnen aus jener Zeit betrachteten die Umsetzung des einzigen offiziellen Länderspiels am 9. Mai 1990 als Hauruck-Aktion, wiewohl es für die meisten der damals Beteiligten den emotionalen Höhepunkt ihrer Sportlerinnenkarriere bedeutete. Die kurze Episode der DDR-Nationalmannschaft der Frauen kann 20 Jahre danach als eine Erfolgsgeschichte gelesen werden: Dank des Einsatzes einzelner Personen befand sich der Frauenfußball am 9. Mai 1990 für 90 Minuten auf Augenhöhe mit dem erfolgreichen DDR-Leistungssport der vergangenen 40 Jahre. Dem einzigen offiziellen Länderspiel der DDR-Damen-Nationalmannschaft folgten weitere Freundschaftsspiele bis zur Zusammenführung des DFB mit dem Nachfolgerverband des DFV der DDR – dem NOFV – am 22. November 1990. Nachdem die Damen-Oberliga-Saison 1990/91 parallel zum Verfahren bei den Männern noch unter der Leitung des DFV der DDR als erste Meisterschaft gestartet war, endete diese nach 18 Spieltagen am 3. Juni 1991. Erste Meisterinnen des NOFV wurden die Spielerinnen der USV Jena. Die Jenenserinnen konnten sich gegen die Wismut-Damen aus Aue durchsetzen, die zu DDR-Zeiten die Bestenermittlung im Namen der BSG Rotation Schlema zweimal gewonnen hatten. Sie lösten somit gleichzeitig das erste Ticket für die zweigleisige Bundesliga.

In der wechselhaften Zeit des politischen Umbruchs folgte auch der Frauenfußball den Entwicklungen der großen politischen Bühne. Dabei wirkte sich die größere Strukturdichte des DFB bestimmend auf die Zusammenführung beider Frauenfußballsysteme aus, sodass dieser die Vorgaben für die Zusammenlegung des ostdeutschen Frauenfußballs mit dem der Bundesrepublik machte. Folglich musste sich der NOFV auch von seiner erst kürzlich gebildeten Auswahl trennen. Allerdings schafften es drei Spielerinnen in den erweiterten Kreis der Damen-Nationalmannschaft von Gero Bisanz sowie eine Spielerin in den Kader der U19-Auswahl. Als zumindest symbolisch versöhnlicher Ausgang für die Geschichte des deutsch-deutschen Frauenfußballs kann die Nominierung von Birte Weiß zum Länderspiel der Bundesrepublik Deutschland gegen Polen in Aue am 9. Mai 1991 gelten. Genau ein Jahr nach dem ersten und einzigen offiziellen Länderspiel der DDR-Nationalmannschaft war es mit dieser Begegnung gelungen, nicht nur ein Länderspiel der bundesrepublikanischen Nationalmannschaft in die neuen Bundesländer zu holen, sondern gleichzeitig eine Spielerin aus dem Osten in die damit erste gesamtdeutsche Frauen-Nationalmannschaff zu integrieren.

Ausgangspunkt war das Zitat von Steffi Jones, die mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland sagte: Wir möchten Geschichte schreiben. Gleiches versucht diese Arbeit, in der erstmalig die wechselhafte, interessante und zum Teil auch persönliche Geschichte des Frauenfußballs im geteilten Deutschland zusammenkommt. Dabei lag der Fokus bewusst auf der Genese des weiblichen Fußballsports in der DDR, die als weit größere Forschungslücke unter Berücksichtigung der vergleichenden Entwicklungsperspektive mit dem bundesrepublikanischen Damenfußball bis 1991 geschlossen werden soll.

Grundproblem des deutschen Frauenfußballs war – und ist bis heute – die Nachwuchsarbeit. Die bestehenden strukturellen Defizite, v. a. in den neuen Bundesländern, gilt es im Mädchenfußball mehr denn je zu beseitigen. So gibt es für die Zeit nach der Weltmeisterschaft 2011 für die Verbandsebene bereits die Vorgabe, Fördergelder in den Futsalspielbetrieb zu geben. Die Soziologin Gabriele Sobiech zog 2006 ein ebenso kritisches wie inspirierendes Fazit zu Frauen und Mädchen im Fußballsport: Der Sport ist und bleibt eben ein Abbild der Gesellschaft, aus der er stammt. Es wird sich zeigen, ob eine neue Ära2 im Frauenfußball begonnen hat und ob aus den Erfahrungen seiner Akteure und Akteurinnen während der Zeit im geteilten Deutschland weiterhin profitiert werden kann. Daniel Meuren und Rainer Hennies gaben ihrem Buch zur Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland den Titel Der lange Weg zur Anerkennung. Diesen Weg gilt es trotz der bisherigen Errungenschaften im Spielbetrieb und der Erfolge der deutschen Nationalmannschaft nach der WM im eigenen Land unbeirrt weiter zu gehen. Der dritte Titelgewinn in Folge, zumal im eigenen Land, könnte allerdings einen neuen Frauenfußballboom in Deutschland auslösen. Die Zahl von 1.058.990 im April 2011 aktiven deutschen Spielerinnen lässt darauf hoffen. Derweil relativieren gerade regionale Berichterstattungen, beispielsweise in Brandenburg – der Heimat der zur Zeit der DDR erfolgreichsten Frauenmannschaft -, diese Zahlen gerade für den Nachwuchs: Trotz großer Erfolge von Nationalmannschaft und Turbine Potsdam sieht es im märkischen Frauen- und Mädchenfußball alles andere als rosig aus. Es fehle schlicht die Basis, betont die Vorsitzende es Frauen- und Mädchenfußballauschusses beim Fußball- Landesverband Brandenburg (FLB) Sabine Seidel. Es finden sich zu wenige ehrenamtliche Übungsleiter und Trainer speziell für den Frauenfußball. In der Folge mangele es an Damen-Teams im Land.

Sabine Seidel, eine der Spitzenspielerinnen in der DDR, begleitet seit der Wiedervereinigung die Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs in Brandenburg. Sie weiß, was es heißt, die Arbeit an der Basis zu leisten. Die vorliegende Arbeit hat die schwierigen Anfänge des Frauenfußballs im geteilten Deutschland aufgezeigt und verbindet sie mit der Hoffnung, dass die Lehren aus der Zeit von den Anfangsjahren bis heute gezogen werden.

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