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Der Abpfiff und die Anfänge – Frauenfußball im geteilten Berlin
Was hier in West-Berlin war, habe ich nicht so mitgekriegt. Erst nach der Wende habe ich dann das ganze System kennengelernt. Ich habe beide Spielsysteme mit zusammengeführt. Hannelore Kloninger für den Westen und ich für den Osten. 1989/90 haben wir noch im Osten gespielt und ab 1991/92 war dann alles ein Spielbetrieb. Aber eigentlich ist das Ganze auch unbewusst zustande gekommen, weil wir nur fünf, sechs Mannschaften auf der Ostseite hatten. Das war ja nun ganz einfach in der Westseite unterzubringen.

Der Frauenfußball agierte in Berlin frühzeitig nach westdeutschem Muster. Bereits vor dem Mauerbau 1961 und während des DFB-Verbandsverbotes konnten Fußballerinnen im Berliner Mommsenstadion auflaufen. Dies war den Entscheidungen im Deutschen Städtetag geschuldet, der sich im Juli 1957 auf seiner 12. Sitzung für die Nutzung der Sport- und Spielplätze für Frauenfußballspiele ausgesprochen hatte. Im Tagesspiegel vom 12. Oktober 1957 wurden die unmittelbaren Folgen dieser Entscheidung wie folgt dargestellt: Dem Deutschen Städtetag ist es zu verdanken, dass morgen (10.30 Uhr) im Mommsenstadion ein Damen-Fußballländerkampf Deutschland gegen Holland stattfindet. Nur zwei Wochen später fand eine inoffizielle Europameisterschaft im Berliner Poststadion statt. Diese Veranstaltung ging allerdings wenig rühmlich in die junge Geschichte des deutsch-deutschen Frauenfußballs ein. So kamen zum einen nur wenige Zuschauer, was die Veranstaltung zu einem finanziellen Fehlschlag werden ließ, zum anderen unterlag die deutsche Auswahl mit 0:4 gegen England.

Auf Vereinsebene dauerte es bis 1969, ehe sich die ersten Teams in West-Berlin bildeten. Noch unter den Vorzeichen des Verbandsverbots gründeten sich kurz hintereinander die Mannschaften vom 1. FC Lübars und Tennis Borussia Berlin (TeBe) in den Stadtbezirken Reinickendorf und Charlottenburg. Bald darauf folgten Wacker 04 Berlin und Schwarz-Weiß Spandau. Diese ersten vier Vereine übten und trainierten anfangs illegal. Beim 1. FC Lübars kündigte man deshalb die Spiele unter einem Vorwand an: Zum Beispiel haben wir gegen die Handballfrauen der Reinickendorfer Füchse gespielt. Offiziell dann natürlich keinen Fußball. Das war so als Gag gedacht: Wir spielen gegen die Bundesligafrauen der Reinickendorfer Füchse, einmal Fußball und das Rückspiel ist dann Handball. So wurde es deklariert. Da haben wir uns an das Bezirksamt hier gewandt. Die haben uns dann auch die Genehmigung erteilt.

Bei Tennis Borussia Berlin hatte das Ehepaar Charlotte und Willy Schmitz Mitte 1969 die Gründung einer Abteilung Mädchen- und Frauenfußball ermöglicht, indem sie den Fußballerinen finanziell und tatkräftig zur Seite standen. Als Trainer konnte Horst Nussbaum gewonnen werden, der Anfang der 1960er Jahre gemeinsam mit Gero Bisanz als Profispieler bei Viktoria Köln gespielt hatte. Nussbaum war zu dieser Zeit bereits als Schlagersänger aktiv und half mit diesem Hintergrund, das Ansehen der lila-weißen Damen zu fördern. Ebenfalls musikaffin und als solide Leichtathletin ausgebildet, stieß Barbara Charly Streuffert im Mai 1969 zu diesem Team. Die Anfänge des Frauenfußballs in Berlin gehörten somit eindeutig dem Westen der Stadt.

Auf Ost-Berliner Seite machte der Frauenfußball erst 1970 auf sich aufmerksam. Stück für Stück, so konnte man in der Berliner Zeitung nachlesen, wo sich die Mannschaften gründeten oder welche von ihnen Spielerinnen oder Gegnerinnen suchten: Eine Damen-Fußballmannschaft wurde bei der BSG EAB Lichtenberg 47 ins Leben gerufen. Jeden Montag ab 17 Uhr wird im Zoschke-Stadion trainiert. Dringend gesucht werden noch Spielpartner. Annoncen wie diese zierten nun in der Kategorie Vom Berliner Sportleben regelmäßig das Blatt. Ab April 1971 gründeten sich die ersten Mannschaften in diesem Teil der Stadt. Am 3. September 1971 fand der erste Spieltag der Volkssportrunde im Ost-Berliner Frauenfußball statt.

Der Punktspielbetrieb im geteilten Berlin begann somit zeitgleich mit dem Spieljahr 1971/72. Die westdeutsche Fußballwoche berichtete von vier Siebener-Staffeln, in denen bereits 28 Mannschaften um Punkte kämpften. Ob dies bereits eine West-Berliner Meisterschaft darstellte, ist bislang umstritten. Die Vereinschronik von TeBe sprach beispielsweise von der inoffiziellen Berliner Meisterschaft ab 1970. Der Berliner Fußball-Verband erklärte in seinem Band 100 Jahre Berliner Fußball, dass ab der Saison 1971/72 der offizielle West-Berliner Frauen-Meister ermittelt wurde.

Vergleichbar mit dem Beginn der visuellen Berichterstattung über den Damenfußball in der Bundesrepublik begleitete die DDR-Sportumschau die Anfänge des Frauenfußballs in Ost-Berlin von Zeit zu Zeit in der Sendung Sport Aktuell. Bereits am 11. April 1971 strahlte man einen ersten tonlosen Beitrag zur Begegnung zwischen Grün Weiß Baumschulenweg und Einheit Treptow aus.

Das Filmmaterial veranschaulichte durch die zahlreichen Zuschauer ein durchaus beachtliches Zuschauerinteresse bei diesem vermeintlich ersten Meisterschaftsspiel auf Ost-Berliner Terrain inmitten eines Wohngebietes. Immerhin konnte dieses Spiel auf einem Rasenplatz ausgetragen werden. Der frühe Ost-Berliner Frauenfußball schaffte es ferner sogar in die Kinonachrichten Der Augenzeuge der DEFA-Wochenschau. Dort informierte man ebenfalls über die Entwicklung der Fußballerinnen in der Hauptstadt und von einem Meisterschaftsspiel in Prag. Fünf Monate später war es erneut die DDR-Sportumschau, die in einem kurzen Bericht auf ein Spiel zwischen der Grün Weiß Baumschulenweg und Motor Berolina Stralau einging. Dieser Beitrag verwies auf einen frühen spielerischen Einsatz von Fußballerinnen im Osten der Stadt, die sich nicht zu schade waren, auf Asche zu spielen. Ähnliches Engagement hatten bereits im Südwesten der Bundesrepublik Fußballerinnen aus Kaiserslautern gezeigt.

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