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Resümee aller Akteure des DDR-Frauenfußballs 1980 bis 1989
Die Akteure des DDR-Frauenfußballs, v. a. die Spielerinnen und ihre Trainer sowie Sektionsleiter in den einzelnen Betriebssportgemeinschaften, hatten es in den 1980er Jahren geschafft, den Spielbetrieb in Wettkampfform über die eigenen Bezirksgrenzen hinaus auszutragen. Seinen Anfang nahm dieser Aufschwung mit der Aussage von Sabine Seidel auf den VII. Verbandstag des DFV der DDR, dass der Frauenfußball viel ernster genommen werden müsse und er es dank Fußball spielender Mädchen und Frauen, die Spaß an ihrem Sport hätten, auch bis zur DDR-Meisterschaft schaffen werde. Die Analyse der 1980er Jahre zeigt, dass die Trainer und Spielerinnen von Beginn an von einer Meisterschaft redeten. Sogar der Sportjournalist Heinz-Florian Oertel, der zu den bekanntesten Vertretern seines Fachs in der DDR zählte, regte in einem Kommentar zur erneuten Bestplatzierung der Potsdamerinnen innerhalb der Sportlerwahl des Jahres in ihrem Bezirk 1982 die Diskussion zur Einführung eines DDR-Meisters im Frauenfußball an.

Ferner kam in dieser Zeit die Bestenermittlung erkennbar in den Funktionärsetagen des Deutschen Fußballverbandes der DDR an, auch wenn sie sich wohl eher widerwillig damit beschäftigten. Der DFV der DDR stellte nachweislich für die Endrundenturniere von 1979 bis 1987 Gelder zur Durchführung der Finalspiele zur Verfügung und sandte jährlich einen Vertreter des Präsidiums zu den Turnieren. Allerdings erhielt der Frauenfußball eine relativ geringe Summe für die Bestenermittlungen – auch im Vergleich mit anderen Sportarten im Bereich des nicht-olympischen Freizeit- und Erholungssports: Wir wurden aus dem Kultur- und Sozialfond gespeist. Wir hatten ja Leute, die sich dafür interessiert haben: „Wo wird das Geld ausgegeben, welchen Umfang hat das?“ Wir hatten zwei oder drei Busse, was damals schon sensationell war. Aber wir hatten damals schon eine Konkurrenz zu unseren Männern. Und das hatten die anderen auch. Nur ich persönlich und mein Team um mich herum, wir waren eben stärker aufgestellt dadurch, dass wir im Unternehmen etabliert waren. Ich bin dann fast 20 oder 25 Jahre Abteilungsleiter gewesen in dem Unternehmen, auch nach der Wende noch einmal.

1984 schaffte der DDR-Frauenfußball dann mit der Bildung einer eigenen AG beim DFV der DDR den nächsten Schritt zur festen Institutionalisierung in die Verbandsstrukturen des DDR-Fußballs. Bereits ein Jahr vorher hatten die Trainer der führenden Damenmannschaften in einem geschlossenen Brief die Einführung einer Verbandsliga gefordert.

Parallel stieg in diesem Zeitraum das Interesse sowohl der Fach- als auch der allgemeinem Medien enorm an. Das DDR-Fernsehen berichtete fast jährlich über die DDR- Bestenermittlung. Auch die Anzahl der Artikel in der Verbandszeitschrift Die neue Fußballwoche wuchs zwischen 1985 und 1990 deutlich. Seit 1987 war fast jeder Spieltag der Frauen auf nationaler Ebene journalistisch dokumentiert. Voraussetzung dafür war die Einführung einer Rubrik Frauenfußball durch die Redaktion der neuen Fußballwoche 1981, in der Notizen, kleinere Artikel sowie statistische Übersichten zur Bestenermittlung oder zu Hallenturnieren publiziert wurden. Letztlich war dies ein bedeutender Erfolg für die DDR-Fußballerinnen, die mit einer Größenordnung von 6.000 Spielerinnen zwischen 1984 und 1990 eine sportliche Minderheit im DDR-Sportsystem darstellten, das faktisch ausschließlich auf den Leistungssport ausgerichtet war: Es waren die Anfänge von dem, wo es hinging. Mehr war es nicht. Man kann es nicht mit Leistungssport vergleichen, also, was wir damals gemacht haben. Aber dafür war es schon, sagen wir, auch nicht schlecht. Aber man hat es eben anders erlebt, mit mehr Spaß und Gemeinschaft und heute kämpfst du ja doch um deinen Platz und es ist nicht alles so Friede, Freude, Eierkuchen in den Mannschaften. Nach Außen wird’s so gezeigt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es immer so ist.

Für viele Spielerinnen und ihre Übungsleiter ging es lange Zeit v. a. darum, ihren Sport ausüben zu können. Ähnlich wie den Spitzensportlern in der DDR gelang es ihnen in ihrem Bereich sogar, bis zur politischen Wiedervereinigung eine gewisse gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen. Obwohl sie formal nur im Bereich Sport II angesiedelt waren, war der DDR-Frauenfußball in den 1980er Jahren außerordentlich vielseitig und international. Viele Mannschaften nahmen regelmäßig an Freundschaftsspielen im sozialistischen Ausland teil. Der Frauenfußball hatte sich in der DDR fest etabliert und das Know-how seiner Aktiven war bis in die Zeit der Transformation beider Sportsysteme und auch bei der Einführung der Bundesliga im Frauenfußball gefragt.

Inwieweit die beiden Frauenfußballsysteme zur Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs 1989/90 auf Augenhöhe aufeinander trafen oder in welcher Weise der westdeutsche Frauenfußball den DDR-Fußballerinnen vielleicht voraus war, zeigt die folgende Analyse des westdeutschen Frauenfußballs zwischen 1980 und 1989.

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