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Die 1970er Jahre im deutsch-deutschen Vergleich – Damenfußball in der Bundesrepublik
Die Ausgangslage für den deutsch-deutschen Frauen- bzw. Damenfußball, wie er in Westdeutschland zeitweise bewusst bezeichnet wurde, hätte nicht anders sein können. Während in der DDR erst 1960 frauenfußballerische Ansätze in Dresden zu verorten waren, spielten in der Bundesrepublik die Frauen bereits seit Anfang der 1950er Jahre. Doch was beide weiblichen Fußballsysteme von Beginn an unterschied, waren die gesellschaftspolitischen Verhältnisse sowie die patriarchalen Strukturen im DFB, die in der Bundesrepublik dazu führten, dass der Damenfußball ab 1955 vom Deutschen Fußball-Bund verboten wurde. In der DDR nahm man die Fußballerinnen ab Ende der 1960er Jahre im Verband wahr und duldete sie fortan, ohne sie jedoch explizit zu fördern.

Spielerinnen wie Waltraud Horn, Elke Mertens, Magret Förster, Martina Martin und Trainer wie Manfred Müller, Dietmar Männel und Bernd Schröder waren die Aktiven der ersten Stunde des DDR-Frauenfußballs. Dieser verbreitete sich in der Folgezeit von der Ostseeinsel Rügen bis ins Erzgebirge. Die DDR-Fußballerinnen mussten sich mit der Zuordnung zur Kategorie Freizeit- und Erholungssport zufriedengeben. Es dauerte bis 1971, ehe sie in die Spielordnung des DFV der DDR aufgenommen wurden.

Fast zur gleichen Zeit hatte man in der Bundesrepublik nach 15-jährigem Verbandsverbot im November 1969 die Weichen für die Aufnahme des Damenfußballs in den DFB gestellt. Das Verbot wurde am 31. Oktober 1970 offiziell aufgehoben. Von da an ging die Entwicklung des Sports in der Bundesrepublik rasant vorwärts. Bereits 1973, nicht zuletzt auf internationalen Druck hin, wurden die Vorbereitungen für die Deutsche Amateur-Meisterschaft getroffen, die ab 1974 offiziell ausgetragen wurde und mit der TuS Wörrstädt ihre ersten Meisterinnen bekamen.

In der DDR veröffentlichte man die frühesten Wettkampfformen Anfang der 1970er Jahre im Volkssportkalender. Doch bis zu einem überregionalen Wettbewerb, der einen Leistungsvergleich der Spitzenmannschaften innerhalb der Organisation des DFV der DDR ermöglichte, musste noch bis 1979 gewartet werden. In der Zwischenzeit organisierten sich die Frauen selbst, die – wie in der Bundesrepublik auch – an ihrer Spitze männliche Übungsleiter- oder Abteilungsleiter hatten. Zentrales Grundprinzip des DDR-Frauenfußballs, durch welches die neue Sportbewegung grundsätzlich abgesichert wurde, war die Angliederung der Frauenmannschaften an die Betriebssportgemeinschaften von Trägerbetrieben. Durch einen für den Frauenfußball verantwortlichen Abteilungsleiter an der Schnittstelle zwischen BSG-Leitung und Sektion Fußball waren z. T. Gelder für Reisen zu Auswärtsspielen und für Trainingsmaterialien zu bekommen. Die Auslandsreisen beschränkten sich allerdings aufgrund der Einordnung in den FES bzw. Sport II nur auf die sozialistischen Bruderländer, wohingegen in der Bundesrepublik beispielsweise Tennis Borussia Berlin 1979 eine USA-Fußballrundreise absolvierte. Außerdem gab es in der Bundesrepublik gleichzeitig mit der Einführung der Deutschen Amateur-Meisterschaft nicht nur einen Länderpokal der Damen, sondern auch Leistungsklassen. Damit spielten in einer Stadt wie West-Berlin nicht mehr alle Teams gegeneinander, sondern es wurde mit Auf- und Abstiegsregel der Wettkampf im Verbandsliga- oder Landesliganiveau ausgetragen.

Dass die DDR-Frauen vielerorts unter weit schlechteren Bedingungen als die Männer – etwa in Sachen Ausrüstung und Wettkampfreisen, Training während der Arbeitszeit oder Prämien – spielten, ähnelte der Situation auch in der Bundesrepublik. Auch hier mussten sich die Spielerinnen ihre Ausrüstung selbst kaufen. Während allerdings in der DDR dank der BSG-Strukturen die Freistellung vom Betrieb keine größeren Probleme verursachte, mussten die Spielerinnen in der Bundesrepublik meist um eine berufliche Freigabe kämpfen.

Die Fußballerinnen der DDR und der Bundesrepublik agierten in den Anfangsjahren bis zum ersten offiziellen Spielbetrieb auf beiden Seiten der Mauer mit einer Jetzt- erst-Recht-Mentalität. In Westdeutschland spielten die Frauen trotz der fehlenden Anerkennung seitens des Verbandes weiter. In der DDR hatten sich die Spielerinnen mit dem Fakt der Duldung auseinanderzusetzen, was allerdings weitaus angenehmer

schien, als sich im Rahmen einer patriarchalischen Männerfußballgesellschaft behaupten zu müssen. So führten die Fußballerinnen in Ost und West Freundschaftsspiele durch und erfreuten sich vielerorts schon damals eines regen Publikumszuspruchs. Auch wenn zu Beginn auf beiden Seiten das spielerische Niveau der Damen noch zu wünschen übrig ließ, blieben sie am Ball. Insbesondere aber verfügten die Fußballerinnen in Ost- und West-Deutschland gemeinhin über eine sportlich solide Grundausbildung als Leichtathletin oder Handballerin, was der sportlichen Weiterentwicklung beiderseits zugutekam.

Dem westdeutschen Damenfußball gelang es Mitte der 1970er Jahre, rasch mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Sportwissenschaft beschäftigte sich in dieser Zeit erstmals mit dem Thema und der DFB reagierte mit einer eigenen Referentin für Damenfußball im Spielausschuss auf diese Popularität. Dies hatte u.a. zur Folge, dass das Problem der Nachwuchsgewinnung ab 1979 gezielt angegangen wurde. Die Vereine stellten alsbald in Kooperationen mit Schulen die Grundlage für einen geregelten Mädchenfußballspielbetrieb zwischen München und Hamburg her. In diesem Bereich konnte die DDR erst Ende der 1980er Jahre nachziehen. An einen Arbeitskreis wie Gebt Mädchen eine Chance!, um den Mädchenfußball in die Grundlage des Sportunterrichtes an Schulen aufzunehmen, war zu dieser Zeit in der DDR noch nicht zu denken. Junge Spielerinnen bis 16 Jahre konnten hier bei den Frauen mitspielen oder kickten in ihrer Freizeit bei den Jungen. Der DFV der DDR musste aber 1978/79 auf die steigende Zahl von Frauenmannschaften reagieren und führte die DDR-Bestenermittlung ein, die vergleichbar mit dem Anspruch der Deutschen Amateur-Meisterschaft in der Bundesrepublik war, auf die Ermittlung eines Meisters aber – sprachlich – explizit verzichtete.

Am Ende gewährleistete eine geringe, aber vorhandene Medienberichterstattung in den national bekannten Sportzeitungen und in den Fernsehsendungen die öffentliche Präsenz des Frauenfußballs in der DDR. Vor allem die Betriebszeitungen sorgten für die lokale Information von Mitarbeitern der Betriebe, zu denen die Mannschaften gehörten, und der Bevölkerung. In der Bundesrepublik war – seit Ende der 1960er Jahre – ein kleiner Medienboom zur Berichterstattung im Damenfußball zu erkennen. Allein die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten berichteten zwischen 1969 und 1980

42-mal über die Fußballerinnen. Außerdem gab es eine breitgefächerte Medienberichterstattung in den bundesweiten Zeitungen und im Hörfunk. Für die Stadt West-Berlin etwa war Anneliese Weidner, die Chefreporterin für den weiblichen Fußball in der Fuß- ball-Woche, die vernehmbare Stimme des Damenfußballs.

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