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Die Endrundenturniere und veränderte Wettkampfmodi – Frauenfußball in der DDR
Zwischen 1960 und 1979 konnten die Frauen in der DDR zunächst nur auf Bezirksebene Fußball spielen. Erst mit dem Spieljahr 1979/80 kam es – auf Drängen der Trainer der spielbestimmenden Mannschaften – zur Einführung der Bestenermittlung, sodass der Frauenfußball in der DDR zukünftig über die Bezirksgrenzen hinweg ausgetragen werden konnte. Für die damaligen Spielerinnen bedeutete dies einen ersten großen Schritt in Richtung DDR-Meisterschaft, die in ihren Augen von da an inoffiziell ausgetragen wurde.

Der Spielmodus des neu geschaffenen Wettbewerbes wurde in den zehn Jahren, in denen er ausgespielt wurde, insgesamt fünfmal geändert. In den ersten sechs Jahren folgte am Ende ein Finalrundenturnier mit vier teilnehmenden Mannschaften. Zuvor hatte jeder Bezirk innerhalb der Punktspielsaison sein bestes Frauenkollektiv ermittelt. Im Finalturnier spielte man eine Vorrunde in vier Gruppen von dreimal vier und einmal drei Mannschaften aus, die jeweils in unterschiedlichen Städten gastierten. Die vier Sieger des Premierenturniers ermittelten anschließend im Oktober 1979 die ersten DDR-Besten im Frauenfußball. In der darauffolgenden Saison spielten die 15 Bezirksbesten und die vier Mannschaften der Finalrunde vom Vorjahr in Vorrundengruppen die fünf Finalteilnehmer der Endrunde 1980 aus. Die Endspiele wurden wiederum in Gruppenform an einem anderen Ort ausgetragen – ein Modus, der bis 1984/85 aufrecht erhalten wurde.

Vorteil dieser ersten vielen Änderungen des größten Wettbewerbes im Frauenfußball lag darin, dass die Fußballerinnen sich während der Vorrundenspiele DDR-weit präsentieren konnten. Sie traten in Städten wie Gera-Zwötzen, Lauchhammer oder Rossleben an. Die Endrundenturniere wurden zwischen 1979 und 1984 nach Templin, Bad Blankenburg, Potsdam-Babelsberg, Schwedt/Oder sowie Colditz/Grimma vergeben. Die Einführung der Halbfinal- und Endspiele ab 1985 steigerte die Attraktivität des Wettbewerbes abermals. Dank dieser Neuerung war es den Halbfinalteams möglich, in jeweils einem Heimspiel ihrem eigenen Publikum zu zeigen, dass sie zu den vier besten Frauenmannschaften der DDR gehörten. Das Spiel um Platz drei und das Endspiel wurden 1985 in Böhlen und Markkleeberg ausgetragen. 1986 folgte nur ein Finale im Dynamo-Stadion in Dresden anlässlich des SZ-Pressefestes. Schon in der Saison 1986/87 gab es eine weitere Änderung: Von nun an ermittelten die ersten beiden Mannschaften der Vorrundengruppe in zwei Finalrunden-Staffeln die Endspielteilnehmerinnen. In einer sogenannten Zwischenrunde mit Staffel eins und zwei qualifizierten sich die Siegerinnen für das Finale, das 1987 in Kamenz stattfand. Danach folgte in der Saison 1987/88 die vorletzte Wettkampfänderung. Ab sofort wurden in zwei Staffeln (Nord und Süd) die Teilnehmerinnen des Endspiels ermittelt, die den Sieger der DDR- Bestenermittlung ausspielten: Qualifiziert hatten sich die acht Teilnehmer der Endrunde, sowie die vier Dritten der vier Vorrundengruppen des Vorjahres. Dazu kamen noch fünf Vertreter von 15 Bezirksvertretern. Diese wurden in fünf Gruppen a drei Mannschaften ermittelt.

Der Modus der DDR-Bestenermittlung im Frauenfußball differenzierte sich mit den Jahren immer mehr aus, auch weil eine Leistungssteigerung der einzelnen Mannschaften eintrat.8 Den Abschluss dieser etappenhaften Entwicklung bildete die Einführung der ersten offiziellen Damenoberliga 1990/91, die bereits mit dem Beschluss Nr. 39/89 am 25. Oktober 1989 eingeführt wurde. Im Jahr der politischen Wiedervereinigung war für das Frühjahr 1990 erstmals eine offizielle DDR-Meisterschaft mit zehn Mannschaften vorgesehen. Außerdem plante man eine zweite Klasse mit zwei Staffeln ä zehn Mannschaften. Die erste offizielle Meistermannschaft vom Juni 1991 – allerdings schon
mit dem Titel NOFV-Meister – stieg gemeinsam mit dem zweitplatzierten Team in die vom DFB neu eingerichtete, zweigleisige Bundesliga auf.

Auf den ersten Blick wirken die Form des wichtigsten Wettbewerbes im DDR-Frauenfußball und deren Weiterentwicklung allzu kompliziert und undurchschaubar. Möglicherweise sorgte das sportliche Politikum des Frauenfußballs dafür, dass es insgesamt elf Jahre dauerte, bis man – im Jahr der Wiedervereinigung – erstmals darüber nachdachte, die DDR-Meisterschaft im Frauenfußball offiziell auszuschreiben. Die Zeitzeugin Elke Mertens bewertete diesen Weg mit 20 Jahren Abstand wie folgt: Warum gab es denn nur eine Bestenermittlung? Mit einer DDR-Meisterschaft wären wir anerkannt gewesen. Und das hat uns eigentlich als Frauen doch sehr gestört, dass du nicht DDR- Meister sondern nur DDR-Bester warst, das wurde immer mit betont. In der Öffentlichkeit durftest du es so nicht nennen: DDR-Meister. Aber zu Hause haben wir das auch gesagt.

Die Spielerinnen und Trainer setzten demnach alles daran, dass Weiterentwicklungen in die Spielmodi eingebracht und durchgesetzt wurden. Dafür mussten über die Jahre auch finanzielle Ressourcen aufgebracht werden, die im Folgenden für die DDR- Bestenermittlung näher betrachtet werden.

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