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Gründungsphase auf Verbandsebene – Damen-Nationalmannschaft der DDR
Der Frauenfußball in der DDR hatte seit 1984 eine eigene Arbeitsgruppe beim Deutschen Fußball-Verband der DDR erhalten. Die Fußballerinnen wurden damit auch institutionell zu einer festen Größe im Freizeit- und Erholungssport. Allerdings befasste sich das Präsidium des DFV erst am 14. Oktober 1988 mit einer neuen Beschlussvorlage. Diese vorgelegte Rahmenrichtlinie für den Frauenfußball der DDR sah die Gründung einer Auswahlmannschaft nicht vor, legte aber fest, den Frauenfußball von Verbandsseite aus strikter zu organisieren. Jede Spielerin musste beispielsweise Mitglied im DTSB der DDR sein. Ferner ging es um die Durchführung des Punktspiel- und Pokalwettbewerbes auf nationaler Ebene mit Großfeldmannschaften sowie um die Ausweitung des Frauenfußballs auf Bezirks- und Kreisebene. Diese Rahmenrichtlinie wurde nicht nur den Vorsitzenden der BFAs mitgeteilt, sondern auch den SV Dynamo und Vorwärts, die als weitestgehend selbstständige Sportvereinigungen wie Bezirke des DTSB behandelt wurden. Da der Beschluss den organisierten Frauenfußball betonte, kann heute davon ausgegangen werden, dass der DDR-Frauenfußball sich für den Verband – bis auf die DDR-Bestenermittlung – trotz der Entwicklungen der Vorjahre als unorganisiert darstellte. Die Fußballerinnen hatten durch ihre Zugehörigkeit zu den Betriebssportgemeinschaften, die zwangsläufig im DTSB organisiert waren, ihren Sport aber trotzdem DDR-weit frei ausüben können.

Die erwähnte Beschlussvorlage Nr. 36/88 beim Präsidium des DFV der DDR diente außerdem zur Einführung des Liga-Staffelsystems. Abschließend forderten sie eine Verantwortliche Frauensport in der Kommission FES beim DFV der DDR einzurichten, was jedoch nicht umgesetzt wurde.

Welche Diskussionen nach dieser Beschlussvorlage im Verband zum Frauenfußball geführt wurden, lässt sich anhand der vorhandenen offiziellen Dokumente nicht belegen. Gerhard Breiter – ab 1988 hauptamtlich in Berlin beim DFV der DDR tätig – erinnerte sich im Zeitzeugengespräch, dass auf die internationale Entwicklung im Frauenfußball, v. a. auf osteuropäischer Seite, reagiert werden musste: Sie waren damals gerade bei einer Tagung von Sportfunktionären im Osten gewesen und haben dort über die neuesten Tendenzen gesprochen und da ging es auch um den Frauenfußball. Und da sagte man, wir müssen das auch erkennen, damit wir das nicht verschlafen. Sozusagen, die anderen Ostländer fangen jetzt an hier und dadurch, dass Russland auch mitmachte, ich meine nicht führend, aber ganz schön auch angefangen hat, haben wir gesagt, gut, dann machen wir auch los. So, das war dann eigentlich das Startsignal, dass man gesagt hat: „Wir müssen jetzt.

Allen voran Volker Nickchen wollte als stellvertretender Generalsekretär den Frauenfußball in der DDR auf eine feste – und nationale – Basis stellen und strukturieren. Breiter selbst wurde mit dem Aufbau der Nationalmannschaft betreut. Als hauptamtlicher Mitarbeiter in der Geschäftsstelle war er für die gesamte Organisation zuständig und entwickelte als eine seiner ersten Amtshandlungen die Rahmenrichtlinie Frauenfußball für die DDR mit. Die Verbandsführung bestimmte ein Jahr später die Trainer Dietmar Männel und Bernd Schröder zu den Leitern der Auswahlmannschaft: „Wie machen wir es? Einen hauptamtlichen Trainer können wir uns nicht holen, wie bei den Männern, da nehmen wir einen von den Frauen. Wer ist denn so am besten hier?“ Und da ist man dann auf den Schröder, Bernd gekommen. So entwickelte sich das dann und da wurde das Ganze aufgebaut und da hat man dann den Fonds eingerichtet, also richtig Mittel freigemacht für die Trainingslager in Leipzig. Wir haben da sofort mit Trainingslager angefangen.

Vier Tage nach dem ersten Trainingslager der Auswahlmannschaft beschloss das Präsidium des DFV der DDR am 25. Oktober 1989 die Konzeption zur Entwicklung des Frauenfußballs in der DDR. Damit setzte man die ein Jahr zuvor entwickelte Rahmenrichtlinie fort. Tatsächlich wurde aber auch hier die Auswahlmannschaft nicht ausdrücklich erwähnt. Außerdem wurde mit diesem Papier das wachsende Interesse am Frauenfußball und dessen Bedeutung für den internationalen Maßstab zwar erkannt, aber keineswegs explizit anerkannt. Die Konzeption kam außerdem dem Spielerinnenwunsch der Einführung von DDR-Meisterschaften nicht nach: Die Kommission FES/VE schlägt dem Präsidium nach eingehender Beratung vor: 1. Die Möglichkeit der formalen Umbenennung von Bestenermittlung in DDR-Meisterschaft ist im Interesse der dringend notwendigen Verbreitung der jetzt vorhandenen Basis mit rund 70 Großfeld- und 130 Kleinfeldmannschaften im gesamten Lande nicht anzustreben. Es muss eine Hauptaufgabe der Fußballsektionen, Kreis- und Stadtfachausschüsse und der Bezirksfachausschüsse werden, den Frauenfußball allseitig zu fördern, zu entwickeln und auszubauen, um baldmöglichst mindestens in allen 15 Bezirken einen ordnungsgemäßen Punkt- und Pokalspielbetrieb durchführen zu können. Dies ist für eine Weiterentwicklung unumgänglich, wenn sie zu gegebener Zeit in Leistungsfußball münden soll.


Der Trainer- und Betreuerstab der DFV-Damen-Nationalmannschaft beim Lehrgang am 21./22. Oktober 1989 in Leipzig. Von links: Gerhard Breiter, Bernd Schröder und Dietmar Männel

Dass die Zeichen für einen regionalen leistungsorientierten Fußball der Frauen schon gestellt waren, verkannten die offiziellen Vertreter des DFV angesichts dieses Beschlusses offensichtlich. Die einzige Erklärung für diese Sichtweise konnte sein, dass der Frauenfußball weiterhin als Freizeit- und Erholungssport gesehen wurde. Dennoch mussten die Verantwortlichen bereits Mitte der 1980er Jahre mit dem Thema Nationalmannschaft in Berührung gekommen sein, wie der Zeitzeuge Gerhard Grießbach im Gespräch berichtete: Bei einer Tagung in Leipzig wurde u. a. über die Verwendung der Mittel aus dem Kultur- und Sportfonds der Volkseigenen Betriebe gesprochen. Da kam es in einer Tagungspause 1986 zufällig zu einem Dialog mit dem damaligen Staatssekretär für Körperkultur und Sport Willy Erbach. Es kam in dem Gespräch auch der Frauenfußball ins Gespräch. Ich sagte, dass ich im Bezirksverband Fußball Dresden (damals BFA Dresden) den Frauenfußball aufbaute und stellte die Anfrage: Genosse Staatssekretär, ich nehme an, das der Frauenfußball wohl eines Tages olympisch wird. Ich habe irgendwas gehört, sagte ich, dass er in den USA wohl jetzt richtig aufgebaut wird. Alles ist ebenso grad in einer Phase, wo der Frauenfußball laut IOC olympisch werden soll, und so fort. Dann hat er sich mit mir darüber aufmerksam unterhalten und ich habe ihm auch gesagt, dass wir das sehr ernst nehmen. Er gab zwar keine direkte Antwort mit Ja oder Zustimmung, aber er wurde nachdenklich und wollte sich kundig machen. Ein Ja, das ging ja auch ganz schlecht für ihn in dem Moment. Und ich konnte ja ihm nicht sagen, dass ich schon Westzeitschriften zum Thema gesehen hatte.

Als Übungsleiter betreute Grießbach in Dresden bei der BSG Motor Übigau den Frauenfußball und war bei den VEB Trassenloher Rangenwerke als Sonderbeauftragter für Sport beschäftigt. Jährlich vertrat er in dieser Funktion den Frauenfußball im Betrieb und warb dafür Mittel aus dem K- und S-Fonds ein.

Grundsätzlich kann für die Gründungsphase der DDR-Nationalmannschaft der Frauen festgehalten werden, dass der stellvertretende Generalsekretär Volker Nickchen, verantwortlich für Kader und Entwicklung im DFV der DDR, als wichtiger Befürworter des Frauenfußballs im DFV zum Ende der DDR galt. Die Fußballerinnen in der DDR profitierten offensichtlich von der friedlichen Revolution. Der neue Chef im des DTSB, Klaus Eichler, hatte bald nach seiner Ernennung die Beteiligung der nicht geförderten Sportarten, zu denen letztlich auch der Frauenfußball gehörte, an Europa- und Weltmeisterschaft gestattet.14 Von diesen Entwicklungen überholt, war der Frauenfußball, als im Mai 1990 die DDR-Nationalmannschaft formiert wurde, also ein Nachzügler – und ein Anachronismus. Die politischen Weichen waren zu dieser Zeit längst auf Einheit gestellt. Nur der Fußball wollte das anfangs nicht wahrhaben.

Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Damenfußball – wie sie jetzt zwischenzeitlich hieß – begleitete Margit Stoppa, heute Vorsitzende des DFB-Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball, jedenfalls die Entwicklung der Auswahlmannschaft bis zum Länderspiel am 9. Mai 1990 in Potsdam-Babelsberg. Dietmar Männel und Bernd Schröder wurden als Trainer an die Seitenlinie berufen. Trotz der ambivalenten inhaltlichen Umsetzung der hier dargestellten Konzeptionen stellte die Berufung der Nationalmannschaft einen Erfolg für den DDR-Frauenfußball dar und eine letzte Stufe der Anerkennung, für die die Frauen lange gerungen hatten. Die Zeit des politischen Umbruchs hatte diese Entwicklung des Freizeit- und Erholungssports Frauenfußball entscheidend begünstigt, auch wenn zumindest die Nationalmannschaft dadurch ebenso abrupt wieder ein Ende fand.

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